SAP Aktie: Analysten divergieren nach Guidance-Senkung
SAP setzt Aktienrückkäufe fort, während Analysten nach gesenktem Ausblick für 2026 stark divergierende Kursziele nennen. Cloud-Wachstum bleibt stark.

Kurz zusammengefasst
- Rückkaufprogramm wird fortgesetzt
- Analysten mit stark abweichenden Kurszielen
- Cloud-Umsatz wächst um 24 Prozent
- BlackRock erhöht Anteil an SAP
SAP hat die Fortführung seines milliardenschweren Aktienrückkaufprogramms bestätigt und Details zu täglichen Tranchenkäufen über die Börse XETRA veröffentlicht. Die Meldung fällt in eine Phase, in der Analysten nach der jüngsten Senkung des Gewinnausblicks für 2026 deutlich auseinanderdriften.
Rückkauf trifft auf gespaltenes Analystenlager
Während der Konzern mit dem fortlaufenden Rückkaufprogramm ein Signal der Stabilität setzt, zeigt sich am Kapitalmarkt ein uneinheitliches Bild. Goldman Sachs bekräftigte am Dienstag seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 215 Euro und verweist auf die robuste Produktpipeline im Bereich Enterprise Software.
UBS bestätigte ebenfalls ein „Buy“-Rating, siedelt das Kursziel mit 164 Euro jedoch deutlich unter dem aktuellen Marktniveau an. JPMorgan stufte SAP am selben Tag auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 175 Euro herab und warnt vor einer möglichen Abflachung des Cloud-Backlog-Wachstums, da die Migrationsbasis der Bestandskunden zunehmend gesättigt sei.
Diese Divergenz spiegelt die Unsicherheit wider, die seit der Zahlenvorlage vom 23. Juli über der Aktie liegt. Damals hatte SAP zwar starke operative Fortschritte gemeldet, den Ausblick für das operative Ergebnis 2026 aber wegen Verwässerungseffekten durch die Übernahmen der KI-Spezialisten Dremio und Prior Labs gesenkt.
Der währungsbereinigte Cloud-Umsatz war im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro gestiegen, der Cloud-Auftragsbestand wuchs um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie kletterte auf 1,89 Euro nach 1,46 Euro im Vorjahreszeitraum.
Insiderkauf und Kartellentscheidung als Rückenwind
Der jüngste Kursaufschwung – die Aktie schloss am Dienstag bei 181,90 Euro, ein Plus von 1,3 Prozent zum Vortag – speist sich auch aus zwei bereits verarbeiteten Themen: dem Insiderkauf von Vorstandsmitglied Gina Vargiu-Breuer vor rund einem Monat, seither steht die Aktie mit 29,2 Prozent im Plus, sowie der Einstellung der Kartellvorermittlungen durch das Bundeskartellamt vor rund zwei Wochen, die seither ein Plus von 7,8 Prozent begleitete. Beide Nachrichten wirken als fortlaufender Sockel unter dem aktuellen Kursniveau, ohne selbst neue Impulse zu liefern.
Zusätzlich unterlegt wird das Bild durch die Stimmrechtsmitteilungen von BlackRock: Der US-Vermögensverwalter meldete zum Stichtag 11. August eine Schwellenberührung und hält nun 6,75 Prozent der Stimmrechte an SAP, nach zuvor 6,74 Prozent. TD Cowen bestätigte am 14. August sein „Buy“-Rating und verwies auf die erfolgreiche Monetarisierung von KI-Integrationen in der ERP-Suite.
Kritischere Stimmen bleiben in der Minderheit
Nicht alle Einschätzungen fallen wohlwollend aus. DZ Bank hatte SAP bereits am 24. Juli von „Hold“ auf „Sell“ herabgestuft und das Kursziel auf 120 Euro gesenkt, mit Verweis auf Margendruck infolge der jüngsten Akquisitionen. Diese Sichtweise bleibt bislang die Ausnahme unter den zitierten Häusern, zeigt aber, dass die Integration von Dremio und Prior Labs am Markt durchaus kritisch beäugt wird.
Für Anleger bleibt der 21. Oktober der nächste wichtige Termin: Dann veröffentlicht SAP die Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen der Zuversicht der Rückkaufstory und der Skepsis gegenüber der Profitabilität nach den jüngsten Übernahmen schwanken.
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