SAP Aktie: Analysten-Gegenwind

Die SAP-Aktie verliert deutlich, nachdem mehrere Analysten ihre Empfehlungen und Kursziele gesenkt haben. Die anstehenden Quartalszahlen werden als Bewährungsprobe für die KI-Monetarisierungsstrategie gesehen.

Kurz zusammengefasst:
  • Doppelte Herabstufung durch Baader Europe
  • Aktie schließt als schwächster DAX-Wert
  • KI-Monetarisierung als zentraler Prüfstein
  • Quartalszahlen als entscheidende Weichenstellung

Die SAP Aktie geriet am Dienstag unter Verkaufsdruck und schloss als schwächster DAX-Wert. Verantwortlich für den Kursrückgang waren mehrere negative Analystenkommentare – und das nur zwei Tage vor der Veröffentlichung der Jahreszahlen. Die Frage der KI-Monetarisierung im Software-Sektor rückt in den Fokus.

Die wichtigsten Fakten:
– Santander senkt Kursziel auf 187 Euro, bekräftigt „Underperform“
– Baader Europe stuft gleich zwei Stufen auf „Reduce“ ab, Kursziel 211 Euro
– Aktie verlor 2,7 Prozent auf 195,45 Euro
– Quartalszahlen am 29. Januar werden zur Bewährungsprobe

SAP

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Doppelte Abstufung belastet

Carlos Trevino von Santander reduzierte sein Kursziel von 192 auf 187 Euro. Noch drastischer fiel die Entscheidung von Baader Europe aus: Analyst Maximilien Pascaud strich seine Kaufempfehlung und stufte die Bewertung gleich um zwei Stufen auf „Reduce“ ab. Sein Kursziel senkte er von 219 auf 211 Euro.

Der Walldorfer Konzern steht damit vor einer heiklen Situation. Während die US-Wirtschaft insgesamt robust läuft, profitiert vor allem der Ausbau von KI-Kapazitäten. Industrie und mittelständische Unternehmen – SAPs Kernklientel – halten sich bei IT- und Software-Ausgaben zurück. Importzölle und unsichere Aussichten dämpfen die Investitionsbereitschaft.

KI-Monetarisierung als Knackpunkt

Die Quartalszahlen der britischen Sage Group rückten die Schwachstelle des Software-Sektors ins Rampenlicht. Jefferies lobte zwar die bestätigte Prognose des britischen Software-Entwicklers, betonte aber: Die Erlöse durch Künstliche Intelligenz stecken noch in den Kinderschuhen.

Diese Einschätzung wirft Schatten auf SAP. Der Konzern muss am Donnerstag zeigen, wie weit die eigene KI-Monetarisierung fortgeschritten ist. Der Markt erwartet konkrete Belege für Fortschritte.

Das erwarten Analysten bei den Zahlen

Der Konsens rechnet mit 19 Prozent Cloud-Umsatzwachstum in berichteter Währung – währungsbereinigt rund 26 Prozent. Beim Cloud-Auftragsbestand hat das Management selbst die Messlatte gesetzt: Alles unter 25 Prozent wäre enttäuschend. Im dritten Quartal lag der Wert bei 27 Prozent.

Morningstar-Analyst Rob Hales setzt den fairen Wert bei 265 Euro an und vergibt ein „Wide Moat“-Rating. Das impliziert deutliches Aufwärtspotenzial vom aktuellen Niveau. Auch Morgan Stanley sieht die Risiken vor den Ergebnissen nach oben verzerrt. Oppenheimer bezeichnet SAP als potenziellen KI-Gewinner mit gutem Momentum ins Jahr 2026.

Technische Schwäche hält an

Die Aktie notiert rund 30 Prozent unter ihrem Hoch von 280,40 Euro aus dem Februar 2025. Am 22. Januar markierte der Kurs mit knapp 190 Euro den tiefsten Stand seit August 2024. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 32,6. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell rund 270 Milliarden US-Dollar – über 130 Milliarden Dollar Verlust seit den Höchstständen.

Die Quartalszahlen am 29. Januar werden zeigen, ob SAP mit starken Cloud-Zahlen die Skeptiker überzeugen kann. Die Erwartungen sind klar definiert. Jetzt muss der Konzern liefern.

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