SAP Aktie: Berenberg senkt Ziel auf 205 Euro
Trotz 41 Prozent Kursplus in 30 Tagen: Analysten streiten über SAPs Bewertung, während der Konzern Aktienrückkäufe fortsetzt.

Kurz zusammengefasst
- Analysten mit widersprüchlichen SAP-Zielen
- Rückkaufprogramm um 5,1 Mio. Aktien erweitert
- RSI zeigt überkaufte Marktlage an
- Uneinigkeit über faire SAP-Bewertung
SAP hat einen fulminanten Lauf hinter sich. Die Aktie legte binnen 30 Tagen rund 41 Prozent zu. Ausgerechnet jetzt schicken Analysten widersprüchliche Signale: Berenberg senkt das Kursziel, die Erste Group hebt die Gewinnschätzung an.
Kursziel runter, Gewinnschätzung rauf
Berenberg reduziert das Kursziel für SAP von 215 auf 205 Euro. Die Einstufung „Buy“ bleibt aber bestehen. Die Analysten kappen also nur die Zielmarke, nicht ihre grundsätzlich positive Haltung.
Die Erste Group Bank schlägt einen anderen Weg ein. Sie hebt ihre Gewinnschätzung für SAP für das laufende Jahr an. Zwei Häuser, zwei Richtungen – und das am selben Tag.
Wie breit die Einschätzungen insgesamt streuen, zeigt die Spanne der Kursziele. Sie reicht von 131,30 bis 304,50 Euro. Diese große Differenz macht deutlich, wie unterschiedlich Analysten die weitere Entwicklung von SAP derzeit bewerten.
Rückkaufprogramm läuft unverändert weiter
Zwischen dem 3. und 7. August kaufte SAP rund 2,9 Millionen eigene Aktien zurück, zum Durchschnittspreis von 169,72 Euro.
Der Konzern setzte die Käufe in den folgenden Wochen fort, ohne das Tempo zu drosseln.
Vom 10. bis 14. August kamen weitere 50.000 Aktien hinzu, jeweils 10.000 pro Handelstag. Der Durchschnittskurs lag in diesem Zeitraum bei 179,35 Euro. Insgesamt summiert sich das laufende Rückkaufprogramm auf gut 5,1 Millionen Aktien.
Technisches Bild zeigt überkaufte Marktlage
Der starke Anstieg hinterlässt deutliche Spuren in den technischen Kennzahlen. Der RSI liegt aktuell bei 71,1 Punkten und signalisiert eine überkaufte Marktlage. Die Jahresvolatilität beträgt rund 45 Prozent, deutlich mehr als in ruhigeren Marktphasen.
Diese Kombination aus vorsichtigeren Kurszielen und höheren Gewinnschätzungen ergibt ein uneinheitliches Bild. Nach der starken Rally wächst die Unsicherheit vor den nächsten Geschäftszahlen im Oktober.
Bis dahin dürfte die Debatte über die richtige Bewertung von SAP anhalten. Fortgesetzte Rückkäufe, gespaltene Analystenmeinungen und die hohe Volatilität liefern reichlich Gesprächsstoff bis zum Berichtstermin im Oktober.
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