SAP Aktie: Bernstein bestätigt 276 Euro
Trotz jüngster Kursverluste hält Bernstein an SAP fest. Analysten sind sich uneins über die KI-Strategie des Softwarekonzerns vor den Halbjahreszahlen.
Kurz zusammengefasst
- Bernstein bestätigt „Buy“-Rating für SAP
- SAP-Aktie erholt sich nach IBM-Ausverkauf
- Analysten uneins über KI-Monetarisierung
- Halbjahreszahlen am 23. Juli erwartet
Kaum hat der IBM-Kursrutsch die europäische Softwarebranche in Aufruhr versetzt, meldet sich Bernstein mit einem klaren Kontrapunkt zu Wort. Das Analysehaus bestätigte am 16. Juli 2026 sein „Buy“-Rating für SAP mit einem Kursziel von 276,00 Euro und verwies auf die langfristigen Potenziale des Konzerns, ungeachtet der aktuellen Branchennervosität. Die Einschätzung fällt in eine Phase, in der SAP ohnehin unter besonderer Beobachtung steht: Seit dem 22. Juni 2026 befindet sich das Unternehmen in der „Quiet Period“ vor der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen.
Nach IBM-Ausverkauf: Erholung setzt ein
Auslöser der jüngsten Turbulenzen waren enttäuschende Quartalszahlen des US-Wettbewerbers IBM. Der Kurs von SAP brach daraufhin im XETRA-Handel um 5,6 Prozent ein, weil Marktteilnehmer eine Umschichtung von IT-Budgets weg von Softwarelizenzen hin zu KI-Hardware befürchteten. Am aktuellen Handelstag zeigt sich die Aktie deutlich erholt: Sie legt um 2,64 Prozent zu und notiert bei 139,98 Euro, nach einem Schlusskurs von 136,38 Euro am Vortag. Damit bleibt der Titel allerdings weiterhin unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 144,88 Euro zurück, ein Abstand von 3,38 Prozent. Seit Jahresbeginn steht für SAP ein Rückgang von 30,70 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, wie tief der Kursverfall der vergangenen Monate reicht.
Analysten uneins über KI-Monetarisierung
Während Bernstein an seiner optimistischen Linie festhält, zeigen sich andere Häuser vorsichtiger. UBS-Analyst Michael Briest senkte am 13. Juli 2026 sein Kursziel von 205,00 Euro auf 164,00 Euro, beließ die Einstufung jedoch bei „Buy“. Als Begründung führte er die hohe Komplexität von ERP-Systemen an, die für SAP zugleich Schutzwall gegen Wettbewerber und Hürde bei der Monetarisierung von KI-Funktionen sei. JPMorgan Chase & Co. hatte bereits am 2. Juli 2026 seine neutrale Haltung bekräftigt und ein Kursziel von 175,00 Euro ausgegeben. Die Spanne der Kursziele – von 164 bis 276 Euro – spiegelt die Unsicherheit wider, wie schnell sich die KI-Strategie des Konzerns in harten Zahlen niederschlägt.
Halbjahreszahlen als nächster Prüfstein
Der nächste wichtige Termin rückt näher: Am 23. Juli 2026 veröffentlicht SAP die Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026. Der Analystenkonsens rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 1,76 Euro bei einem Umsatz von 9,85 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2026 hatte der Konzern ein währungsbereinigtes Cloud-Umsatzwachstum von 27 Prozent auf knapp 6,00 Milliarden Euro gemeldet, das Ergebnis je Aktie lag damals bei 1,66 Euro. Ob sich dieses Wachstumstempo im zweiten Quartal fortsetzt, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, welche der divergierenden Analystenmeinungen sich als treffender erweist.
Auf der Hauptversammlung im Mai hatten die Aktionäre mit 99,94 Prozent einer Satzungsänderung zugestimmt, die künftig die Ausgabe elektronischer Aktien ermöglicht. Zudem billigten die Anteilseigner eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025, ein Plus von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für den Aufsichtsratsvorsitz schlug das Gremium René Obermann vor, der die Nachfolge von Pekka Ala-Pietilä im Jahr 2027 antreten soll. Bei den Großaktionären zeigte sich zuletzt Bewegung: BlackRock reduzierte seinen Stimmrechtsanteil zum 5. Mai 2026 auf 6,43 Prozent, nachdem der Vermögensverwalter seine Position im Januar noch auf 6,55 Prozent ausgebaut hatte.
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