SAP Aktie: Briest stuft auf Neutral ab

SAP verzeichnet starkes Cloud-Wachstum und höhere Erlöse, senkt jedoch die Ergebnisprognose. Insider kaufen weiter, während UBS vorsichtiger urteilt.

Felix Baarz ·
Abstrakte Darstellung einer modernen, professionellen Büroumgebung mit neutraler Lichtstimmung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • SAP-Führungskräfte kaufen eigene Aktien
  • UBS stuft SAP auf Neutral
  • Cloud-Auftragsbestand wächst um 27 Prozent
  • Prognose sinkt auf 11,8 bis 12,2 Milliarden

SAP steckt in einer Phase widersprüchlicher Signale. Während UBS-Analyst Michael Briest Ende August sein Rating von Buy auf Neutral senkte, griffen mehrere Vorstandsmitglieder in den Wochen zuvor selbst zum eigenen Papier. Diese Diskrepanz zwischen externer Skepsis und interner Überzeugung prägt derzeit das Bild des Softwarekonzerns.

Vorstände kaufen, Analyst zweifelt

Am 26. August erwarb Chief Customer Officer Thomas Saueressig Aktien im Wert von rund 267.000 Euro zu einem Kurs von 178 Euro. Er folgte damit Chief People Officer Gina Vargiu-Breuer, die Mitte August rund 305.000 Euro investierte, sowie CEO Christian Klein, der bereits Ende Juli für etwa 325.000 Euro zukaufte. Solche Käufe von Führungskräften gelten gemeinhin als Vertrauenssignal in die eigene Geschäftsentwicklung.

Am selben Tag senkte Briest sein Rating auf Neutral, hob das Kursziel aber von 164 auf 201 Euro an und blieb damit unter dem Konsenswert von 205,77 Euro. Sein Kritikpunkt: Die Ausrollung von KI-Agenten komme zu langsam voran – bis Jahresende sollen erst 17 von ursprünglich 200 geplanten Agenten verfügbar sein.

Der aktuelle Schlusskurs von 185,10 Euro liegt damit rund 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 242 Euro, das SAP im Oktober vergangenen Jahres markierte.

Cloud-Geschäft wächst, Marge leidet

Die Geschäftszahlen selbst liefern wenig Anlass für Zweifel am operativen Fortschritt. Im zweiten Quartal 2026 legte der Cloud-Auftragsbestand um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro zu, die Cloud-Erlöse stiegen um 22 Prozent. Der Gewinn je Aktie übertraf mit 1,89 Euro die Analystenschätzung von 1,76 Euro deutlich, der Umsatz kletterte auf 9,878 Milliarden Euro.

Getrübt wird dieses Bild durch eine gesenkte Prognose: SAP kürzte die Guidance für das Non-IFRS-Betriebsergebnis 2026 um rund 100 Millionen Euro auf nun 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Grund sind Verwässerungseffekte aus den Übernahmen von Dremio und Prior Labs sowie steigende Kosten für KI-Token-Infrastruktur und Forschung, die auf die Cloud-Bruttomarge drücken.

Regulatorische Entlastung, strategische Weichenstellungen

Auf regulatorischer Seite verschaffte sich SAP zuletzt Luft. Das Bundeskartellamt beendete Ende Juli seine Vorprüfung ohne Missbrauchsverfahren und stellte fest, dass Kunden ausreichende technische Optionen zur Datenextraktion hätten. Bereits im Juli hatte die Europäische Kommission bindende Zusagen zu Aftermarket-Supportservices für On-Premises-ERP-Software akzeptiert.

Personell sorgte der Aufsichtsrat für Kontinuität: CEO Christian Klein erhielt Anfang August eine Vertragsverlängerung bis April 2030, während CFO Dominik Asam auf eigenen Wunsch nur bis 2028 verlängerte.

Strategisch treibt SAP die KI-Integration mit den abgeschlossenen Übernahmen von Dremio und Prior Labs voran – letztere soll über vier Jahre mit mehr als einer Milliarde Euro gefördert werden. Ein Großauftrag von NTT DATA, das seine globale HR-Landschaft auf SAP SuccessFactors samt Business Data Cloud und Joule migriert, unterstreicht zudem die Nachfrage im Kerngeschäft.

Parallel dazu setzte SAP seinen Aktienrückkauf fort: Anfang August erwarb der Konzern rund 2,9 Millionen eigene Aktien zu durchschnittlich 169,72 Euro, kumuliert liegt das Rückkaufvolumen 2026 bei etwa 5 Millionen Stück. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 21. Oktober angesetzt – dann dürfte sich zeigen, ob die Insider-Käufe der richtige Vorbote waren oder ob die Vorsicht der Analysten berechtigt bleibt.

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