SAP Aktie: Brüssel prüft Kompromiss im Kartellverfahren

SAP winkt eine Beilegung des EU-Wettbewerbsverfahrens ohne Strafzahlung. Ein milliardenschweres Rückkaufprogramm stützt zudem den Aktienkurs.

Redaktion Stock-World ·
Ein abstraktes digitales Netzwerk aus leuchtenden Knotenpunkten und Linien in Blau- und Violetttönen, das Komplexität und Prüfung darstellt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • EU-Kommission prüft SAP-Kompromissvorschlag
  • Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm als Stütze
  • Cloud-Auftragsbestand wächst auf 21,9 Milliarden Euro
  • Analysten bleiben trotz Kursschwäche optimistisch

SAP hat die schlimmste Kurswoche des Jahres hinter sich. Ein massiver Kurssturz drückte das Papier auf ein neues Tief. Jetzt senden zwei Entwicklungen ein Signal der Entspannung. Brüssel prüft einen Kompromiss im Wettbewerbsstreit. Parallel stützt ein milliardenschweres Rückkaufprogramm den Kurs.

Brüssel signalisiert Entgegenkommen

Die EU-Kommission untersucht aktuell Kompromissvorschläge der Walldorfer. SAP will damit ein laufendes Wettbewerbsverfahren beilegen. Der Vorwurf lautet, der Konzern behindere Konkurrenten bei der Softwarewartung. Als Gegenleistung bietet SAP mehr Wahlfreiheit bei Dienstleistern. Hinzu kommen flexiblere Lizenzen.

Akzeptiert Brüssel den Vorschlag, endet das Verfahren ohne Bußgeld. Die Folge: Eine massive finanzielle Belastung fällt weg. Bei einer Verurteilung drohte eine Strafe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Gemessen an den Erlösen von 2024 entspräche das einem Milliardenbetrag.

Oracle-Schock sorgt für Kurstief

Am Freitag schloss das Papier bei 136,16 Euro. Damit verbuchte die Aktie ein Wochenplus von knapp vier Prozent. Zuvor war der Kurs am Donnerstag auf ein neues 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro abgerutscht.

Auf Jahressicht beläuft sich der Verlust auf rund 47 Prozent. Der Absturz hat einen klaren Auslöser. Konkurrent Oracle schockte den Markt mit geplanten Investitionen von bis zu 95 Milliarden US-Dollar.

Anleger fürchten seither explodierende Kosten für KI-Infrastruktur im gesamten Sektor. Goldman Sachs senkte daraufhin die Prognose für SAPs Bruttomarge im zweiten Halbjahr 2026. Die Kaufempfehlung der Bank bleibt allerdings bestehen.

Operatives Geschäft federt Risiken ab

In dieser Schwächephase wirkt das laufende Aktienrückkaufprogramm als strukturelle Stütze. Das Gesamtprogramm umfasst ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro. Die aktuelle Tranche läuft bis Juli 2026.

In einer ersten Runde kaufte SAP Aktien zu einem Durchschnittspreis von rund 161 Euro zurück. Der aktuelle Kurs liegt deutlich darunter. Das macht weitere Käufe auf dem derzeitigen Niveau rechnerisch attraktiv.

Operativ liefert der Konzern solide Zahlen. Im ersten Quartal wuchs der Cloud-Auftragsbestand auf 21,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem währungsbereinigten Plus von 25 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management einen Cloud-Umsatz von rund 26 Milliarden Euro an. Der operative Gewinn soll auf bis zu 12,3 Milliarden Euro steigen. Zeitgleich rollt SAP neue KI-Assistenten für die Personalverwaltung aus.

Trotz der Sektorsorgen bleiben Analysten mehrheitlich optimistisch. Jefferies senkte das Kursziel zwar von 230 auf 210 Euro, hielt aber an der Kaufempfehlung fest. Der Experte verwies auf das aktuell schwierige Marktumfeld für Softwarewerte. Andere Banken rufen noch höhere Kursziele aus:

  • Bernstein Research: 276 Euro
  • Berenberg: 215 Euro
  • UBS: 205 Euro
  • Deutsche Bank: 200 Euro

Am 23. Juli veröffentlicht SAP den Bericht zum zweiten Quartal. Bis dahin gilt für das Management eine strikte Schweigeperiode. Marktbeobachter fokussieren sich auf den Cloud-Auftragsbestand und die Bruttomarge. Beide Werte gelten als Gradmesser für den kommerziellen Erfolg der KI-Strategie. Da ein positiver Sondereffekt aus dem Vorquartal wegfällt, liegt die Messlatte für die kommenden Zahlen entsprechend hoch.

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SAP Aktie

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