SAP Aktie: Cloud-Auftragsbestand um 26 Prozent gewachsen

SAP-Aktie erholt sich trotz kritischer Sicherheitslücken. Analysten bleiben optimistisch, Cloud-Geschäft wächst stark.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung von digitalen Datenströmen und Cloud-Infrastruktur in einem modernen Rechenzentrum. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kritische Sicherheitslücke in Commerce Cloud
  • Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
  • Cloud-Geschäft wächst deutlich
  • Insiderkäufe und Kartellentscheid stützen Kurs

SAP-Aktionäre mussten am Mittwoch einen Rücksetzer verkraften, nachdem der Sicherheits-Patchday des Konzerns gravierende Schwachstellen offenlegte. Der Kurs gab an jenem Tag um 3,03 Prozent nach. Am vergangenen Freitag schloss die Aktie bei 179,80 Euro, ein Minus von 0,7 Prozent im Tagesvergleich. Trotz des Rücksetzers bleibt die Aktie auf Sicht von 30 Tagen mit einem Plus von 32 Prozent im Rally-Modus.

Kritische Lücke in der Commerce Cloud

Am 11. August veröffentlichte SAP insgesamt 33 neue und aktualisierte Security Notes, darunter fünf als HotNews und neun mit hoher Priorität eingestufte Meldungen. Die schwerwiegendste Lücke betrifft den Data Hub Adapter der SAP Commerce Cloud und erreicht mit einem CVSS-Wert von 10,0 die höchstmögliche Kritikalitätsstufe – Angreifer könnten darüber beliebigen Code ausführen.

Zusätzlich betrafen sechs der veröffentlichten Notes die Manufacturing Integration & Intelligence-Lösung, darunter zwei kritische Code-Injection-Schwachstellen sowie mehrere Pfad- und Berechtigungsprobleme. Für ein Unternehmen, dessen Software in zahllosen Konzernprozessen weltweit verankert ist, wiegen solche Lücken schwer und erklären den kurzfristigen Verkaufsdruck.

Dass der Kurs den Rücksetzer bereits binnen weniger Tage wieder aufgeholt hat, deutet darauf hin, dass Anleger die Sicherheitslücke als Routinevorgang im laufenden Patch-Zyklus einordnen und nicht als strukturelles Problem des Geschäftsmodells.

Analysten senken Kursziele, bleiben aber optimistisch

Die Einschätzung der Analysten blieb von der Lückenflut weitgehend unberührt. Am 14. August fasste ein Konsens-Update von 28 Analysten die aktuelle Stimmung zusammen: 24 Häuser stufen die Aktie mit Kaufen ein, vier mit Halten, keines mit Verkaufen – ein klares „Strong Buy“-Bild. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 203,22 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von 10,6 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss entspräche.

Berenberg, Barclays, Bernstein und Citi bestätigten am selben Tag ihre Kaufempfehlungen, senkten jedoch ihre Kursziele – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Kursrally aus Sicht der Häuser bereits einen Teil des Potenzials vorweggenommen hat. Bereits am 11. August hatte die Erste Group Bank ihre Gewinnschätzung für 2026 in einer Studie angehoben.

Insiderkäufe und Kartellentscheid als Rückenwind

Die Rally der vergangenen Wochen speiste sich auch aus zwei Ereignissen, die inzwischen mehrere Wochen zurückliegen: Insiderkäufe von SAP-Führungskräften vor gut drei Wochen, seither ist die Aktie um 27,7 Prozent gestiegen, sowie die Einstellung der EU-Kartellvorermittlungen zu den On-Premise-Wartungsrichtlinien des Konzerns ohne Bußgeld vor rund zwei Wochen, seither legte der Kurs um 6,5 Prozent zu.

Ergänzend meldete SAP am 14. August einen weiteren Insiderkauf: Der Führungskreis erwarb 1.700 Aktien zu je 179,15 Euro, ein Gesamtvolumen von rund 304.551 Euro.

Fundamentaler Rückenwind aus dem Cloud-Geschäft

Untermauert wird das Vertrauen der Analysten durch die Zahlen zum zweiten Quartal, die SAP am 23. Juli vorgelegt hatte. Der Cloud-Auftragsbestand wuchs währungsbereinigt um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, die Clouderlöse legten um 24 Prozent zu. Der Gesamtumsatz stieg um 11 Prozent währungsbereinigt.

Gleichzeitig senkte SAP die Guidance für das Non-IFRS-Betriebsergebnis 2026 leicht auf 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro, was auf Verwässerungseffekte aus den Übernahmen von Dremio und Prior Labs zurückgeht – Investitionen, die SAP als strategischen Ausbau seiner KI-Kompetenz für strukturierte Daten versteht. Die Cloud-Umsatzguidance von 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro bestätigte der Konzern unverändert.

Auf der Stimmrechtsseite bleibt die Aktie ebenfalls im Fokus großer Investoren: BlackRock erhöhte seinen Anteil zum 5. August auf 6,75 Prozent, während Harald Tschira infolge von Stimmbindungsverträgen mit Udo Tschira die 3-Prozent-Schwelle überschritt und nun 4,22 Prozent der Stimmrechte hält. Die nächste Bewährungsprobe für die Aktie folgt mit den Zahlen zum dritten Quartal, die SAP für den 21. Oktober nach Börsenschluss angekündigt hat.

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SAP Aktie

183,80 EUR

– 0,70 EUR -0,38 %
KGV 27,55
KUV 5,57
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,35 %
Marktkapitalisierung 212,84 Mrd. EUR
Ø Kursziel 209,81 EUR
ISIN: DE0007164600 WKN: 716460

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