SAP Aktie: Cloud Backlog auf 21,9 Milliarden Euro
SAP treibt mit einer 3,5-Milliarden-Anleihe und drei Übernahmen seine KI-Strategie voran, während die Aktie deutlich nachgibt.

Kurz zusammengefasst
- 3,5 Milliarden Euro Anleihe platziert
- Übernahme von Reltio abgeschlossen
- Cloud-Erlöse steigen zweistellig
- EU-Verfahren belastet Aktienkurs
Christian Klein stand gestern in Paris vor Investoren. Im Gepäck: eine frisch platzierte 3,5-Milliarden-Euro-Anleihe, drei laufende Akquisitionen und eine Aktie, die seit Jahresbeginn fast 23 Prozent verloren hat.
Drei Zukäufe, ein Ziel
SAP baut sein KI-Fundament systematisch aus. Am 7. Mai schloss der Konzern die Übernahme von Reltio ab — einem Anbieter für Master Data Management. Reltio hilft Kunden, Daten aus SAP- und Nicht-SAP-Systemen zu bereinigen und für KI-Anwendungen nutzbar zu machen.
Zwei weitere Akquisitionen folgen. Dremio soll Echtzeitanalysen in der SAP Business Data Cloud ermöglichen. Prior Labs bringt Know-how bei KI-Modellen für strukturierte Daten. Über vier Jahre plant SAP mehr als eine Milliarde Euro, um ein eigenes KI-Labor für strukturierte Daten aufzubauen.
Anleihe finanziert die Agenda
Den Kapitalbedarf deckt SAP über den Markt. Ende Mai platzierte der Konzern eine Anleihe über 3,5 Milliarden Euro in vier Tranchen — Laufzeiten zwischen zwei und sieben Jahren. Der Erlös fließt in allgemeine Unternehmenszwecke, einschließlich der Refinanzierung der Akquisitionen.
Die Bilanz trägt das. Zum letzten Quartalsende hielt SAP knapp 9,6 Milliarden Euro an liquiden Mitteln. Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 10 Milliarden Euro, das bis Ende 2027 geplant ist.
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Wachstum läuft, Risiko bleibt
Operativ liefert SAP. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Current Cloud Backlog auf 21,9 Milliarden Euro — ein Plus von 25 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Cloud-Umsätze legten 19 Prozent zu, Cloud-ERP-Suite-Umsätze sogar 23 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet SAP währungsbereinigte Clouderlöse zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro sowie einen Free Cashflow von rund 10 Milliarden Euro.
Ein offenes Verfahren trübt das Bild. Die EU-Kommission prüft, ob SAP Drittanbieter im Wartungsgeschäft wettbewerbswidrig benachteiligt. Bei einem Verstoß drohen bis zu zehn Prozent des globalen Jahresumsatzes. SAP hat Verpflichtungszusagen angeboten — mehr Wahlfreiheit für Kunden bei Wartungsdienstleistern. Materielle Auswirkungen auf die Finanzergebnisse erwartet der Konzern selbst nicht.
Die Aktie notiert bei 155,84 Euro und liegt damit rund 43 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 271,60 Euro. Vom Mehrjahrestief Mitte Mai hat sich das Papier immerhin gut 15 Prozent erholt. Am 23. Juli legt SAP die Zahlen für das zweite Quartal vor — dann werden Cloud-Umsätze und erste Hinweise auf neue Preismodelle zeigen, ob die Investitionsoffensive greift.
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