SAP Aktie: Drei kritische Lücken am 14. Juli
SAP schließt drei kritische Sicherheitslücken in Kernsystemen. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief, während der Quartalsbericht am 23. Juli erwartet wird.

Kurz zusammengefasst
- Drei kritische Schwachstellen in SAP-Software
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief notiert
- UBS senkt Kursziel auf 164 Euro
- Quartalszahlen am 23. Juli erwartet
SAP hat am 14. Juli 2026 seinen monatlichen Patch-Tag durchgeführt. Der Softwarekonzern schließt dabei drei kritische Sicherheitslücken in zentralen Unternehmensprogrammen. Die Aktie notiert aktuell bei 136,04 Euro, nur 4,01 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief.
Drei kritische Lücken im Detail
SAP hat im Juli-Update insgesamt 16 Schwachstellen behoben. Drei davon gelten als kritisch: in NetWeaver, Commerce Cloud und AppRouter. Zusätzlich veröffentlichte das Unternehmen einen Github-Sicherheitshinweis.
Die schwerwiegendste Lücke betrifft den NetWeaver Application Server ABAP. Diese Software bildet das Rückgrat zahlreicher SAP-Installationen weltweit. Es handelt sich um ein Speicherproblem, ausgelöst durch eine fehlerhafte Schreibfunktion außerhalb des vorgesehenen Speicherbereichs.
Eine zweite kritische Lücke trifft die Middleware AppRouter. Sie kommt in vielen SAP-Cloud-Umgebungen zum Einsatz. Konkret geht es um CVE-2026-27690, eine HTTP-Request-Smuggling-Schwachstelle in AppRouter-Versionen vor 20.10. Angreifer können sie aus der Ferne ausnutzen, ohne sich zu authentifizieren.
Die dritte kritische Lücke steckt in der Commerce Cloud. CVE-2026-44761 betrifft die Versionen HY_COM 2205, COM_CLOUD 2211 und 2211-JDK21. Ursache sind unsichere Beispiel-Anmeldedaten, der CVSS-Wert liegt bei 9,1.
SAP hat bislang keine Hinweise auf aktive Angriffe gefunden. Die US-Behörde CISA hat seit November 2021 aber bereits 14 SAP-Lücken in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen. Sicherheitsexperten raten Unternehmen, die Patches zügig einzuspielen.
Der Kurs bleibt unter Druck
Die Sicherheitsmeldung trifft die Aktie in einer schwierigen Phase. Auf Jahressicht steht ein Minus von 32,65 Prozent zu Buche, binnen zwölf Monaten hat das Papier sogar 47,63 Prozent verloren. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 145,29 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs.
Die Analystengemeinde reagiert bereits auf das schwächere Umfeld. UBS senkte das Kursziel für SAP von 205 auf 164 Euro. Die Einstufung „Buy“ bestätigten die Analysten trotzdem. Das deutet darauf hin, dass sie ihre Annahmen zu Wachstum und Margen vorsichtiger kalkulieren.
Quartalszahlen rücken näher
Am 23. Juli 2026 legt SAP seine Zahlen für das zweite Quartal vor. Anleger richten den Blick vor allem auf zwei Werte: den Cloud-Auftragsbestand und die operative Marge. Schafft der Konzern Wachstum, ohne die Profitabilität zu opfern?
Die Volatilität der Aktie bleibt mit 36,50 Prozent auf 30-Tage-Basis erhöht. Der RSI von 43,0 signalisiert eine neutrale, leicht abwärtsgeneigte Marktstimmung. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 164,32 Milliarden Euro.
Zusätzlichen Gegenwind liefert die US-Techbranche. IBM meldete für das zweite Quartal nur ein Umsatzplus von 1 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar. Die Erlöse aus dem Infrastrukturgeschäft gingen sogar um 7 Prozent zurück, Analysten hatten mehr erwartet.
Für SAP wird der 23. Juli zum Prüfstein. Bestätigt der Konzern seine Cloud-Wachstumsziele, könnte das die Stimmung drehen. Verfehlt er die Erwartungen, dürfte der Druck auf die ohnehin geschwächte Aktie weiter steigen.
SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 15. Juli liefert die Antwort:
Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...