SAP Aktie: Erste Group hebt Gewinnschätzung
SAP-Aktie steigt dank angehobener Gewinnprognose und starkem Cloud-Geschäft. Aktienrückkauf läuft, regulatorische Hürden sind beseitigt.

Kurz zusammengefasst
- Kursplus von zwei Prozent
- Erste Group erhöht Gewinnschätzung
- Cloud-Auftragsbestand wächst deutlich
- Rückkaufprogramm schreitet voran
Die SAP-Aktie legt am heutigen Mittwoch um 2,0 Prozent zu und notiert bei 185,48 Euro. Damit setzt das Papier die Erholung der vergangenen Wochen fort und liegt inzwischen rund 7,8 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 172,02 Euro.
Erste Group hebt Gewinnschätzung an
Die Erste Group Bank hat ihre Gewinnschätzung für SAP für 2026 angehoben, wie am Dienstag bekannt wurde. Mehrere andere Häuser wie Berenberg, Barclays, Bernstein und Citi hatten zuvor ihre Kursziele gesenkt, halten aber überwiegend an Kaufempfehlungen fest. Im Schnitt liegt das Kursziel der Analysten derzeit bei 193,92 Euro.
Barclays hatte sein Kursziel bereits Ende Juli von 255 auf 220 Euro reduziert, die Einstufung „Overweight“ aber bestätigt und dabei auf kurzfristige Unsicherheiten bei der Kostenentwicklung verwiesen – die Cloud-Auftragspipeline sei zugleich stärker ausgefallen als erwartet.
Die unterschiedlichen Signale spiegeln eine Aktie, die operativ solide läuft, aber unter genauer Beobachtung steht, was Margen und Integrationskosten der jüngsten Zukäufe angeht.
Aktienrückkauf läuft planmäßig weiter
Parallel zur Kursbewegung setzt SAP sein Rückkaufprogramm fort. In der Woche vom 10. bis 14. August erwarb das Unternehmen über die Börse Xetra weitere 50.000 eigene Aktien. Damit steigt das Gesamtvolumen des laufenden Programms, das bis Ende 2027 ein Volumen von 10 Milliarden Euro umfassen soll, auf mehr als 5,12 Millionen zurückgekaufte Aktien.
Das Programm signalisiert Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung und stützt die Nachfrage nach der Aktie in einer Phase, in der der Kurs deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro vom 23. Oktober notiert – ein Abstand von 23 Prozent.
Cloud-Geschäft treibt operative Erholung
Grundlage der positiveren Einschätzungen ist die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal. SAP hatte Ende Juli einen Anstieg des Cloud-Auftragsbestands um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro gemeldet, währungsbereinigt 26 Prozent. Die Cloud-Erlöse wuchsen um 22 Prozent, das Cloud-ERP-Suite-Geschäft sogar um 25 Prozent.
Der Gesamtumsatz legte um 9 Prozent zu. Für das operative Non-IFRS-Ergebnis 2026 aktualisierte SAP den Ausblick auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro, wobei die jüngsten Übernahmen von Dremio und Prior Labs das Ergebnis um mehr als 100 Millionen Euro verwässern dürften.
Diese Zukäufe zielen auf den Ausbau der KI-Fähigkeiten: Dremio bringt eine Data-Lakehouse-Plattform zur Integration von SAP- und Nicht-SAP-Daten, Prior Labs entwickelt tabellarische Foundation-Modelle für strukturierte Geschäftsdaten. SAP investiert über vier Jahre mehr als eine Milliarde Euro in Letzteres, wobei Prior Labs als eigenständige Einheit weitergeführt wird.
Regulatorische Fragen vom Tisch
Auch regulatorisch hat sich die Lage für SAP entspannt. Das Bundeskartellamt leitete Ende Juli kein Verfahren gegen die Wartungs- und Support-Richtlinien für On-Premise-Lösungen ein und genehmigte diese. Bereits zuvor hatte die Europäische Kommission ihre Überprüfung derselben Richtlinien abgeschlossen, was SAP begrüßte. Beide Entscheidungen räumen Unsicherheiten aus, die zuvor auf der Bewertung des On-Premise-Geschäfts lasteten.
Nicht zuletzt bleibt die IT-Sicherheit im Blick: Am 11. August veröffentlichte SAP im Rahmen seines monatlichen Patch-Days 28 neue Security Notes, darunter fünf kritische Einträge – etwa eine Schwachstelle mit Höchstwertung in SAP Commerce Cloud. Für Anleger dürfte dies vor allem ein Signal für die laufende Wartungsintensität der Softwarearchitektur sein, weniger ein akuter Kursfaktor.
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