SAP Aktie: EU-Kompromiss entgeht Strafzahlung
SAP legt EU-Kommission ein Angebot zur Beilegung des Wettbewerbsstreits vor. Analysten senken Margenprognose, während teure KI-Investitionen belasten.

Kurz zusammengefasst
- Aktie erholt sich leicht vom Jahrestief
- EU-Kommission prüft SAP-Kompromissvorschlag
- Goldman Sachs senkt Margenprognose
- Quartalszahlen am 23. Juli erwartet
Nach einem harten Absturz wagen SAP-Anleger einen vorsichtigen Neustart. Die Aktie kletterte am Montag um ein Prozent auf 137,52 Euro. Damit löst sich das Papier leicht von seinem frischen 52-Wochen-Tief. Ein entscheidender Impuls kommt dabei aus Brüssel.
Deal mit der EU-Kommission
Die EU-Kommission prüft aktuell einen Kompromissvorschlag des Softwarekonzerns. SAP will einen laufenden Wettbewerbsstreit beilegen. Die Behörde wirft den Walldorfern vor, Konkurrenten bei der Softwarewartung zu blockieren.
SAP bietet nun flexiblere Lizenzen und mehr Wahlfreiheit für Dienstleister an. Stimmt Brüssel zu, entgeht der Konzern einer empfindlichen Strafzahlung. Ein massives finanzielles Risiko wäre damit vom Tisch.
Marge sinkt, KI kostet
Trotz der leichten Erholung bleibt das Bild an der Börse getrübt. Seit Jahresbeginn verlor die SAP-Aktie fast 32 Prozent an Wert. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt liegt bei knapp 25 Prozent.
Parallel dazu senkte Goldman Sachs die Prognose für die Bruttomarge im zweiten Halbjahr. Die Analysten erwarten nun 72,8 Prozent statt bisher 73,3 Prozent. Der Grund liegt in teuren Zukäufen wie Dremio oder Prior Labs.
SAP investiert massiv in Cloud- und KI-Infrastruktur. Jefferies hält dagegen an einer Kaufempfehlung fest. Die Experten loben verbesserte Automatisierungslösungen und sehen weiterhin ein Kurspotenzial von 50 Prozent.
Warten auf den Juli
Aktuell befindet sich das Management in der sogenannten „Quiet Period“. Das bedeutet striktes Schweigen zu Umsatz, Margen und Cloud-Wachstum.
Die Folge: Keine neuen Impulse aus der Chefetage. Am 23. Juli 2026 legt SAP die Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann müssen die Walldorfer beweisen, dass sich die teuren KI-Investitionen im operativen Geschäft auszahlen.
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