SAP Aktie: EU-Streit beigelegt
SAP lenkt im EU-Konflikt ein und gewährt Kunden mehr Flexibilität bei Support-Verträgen. Die Aktie bleibt trotzdem unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- EU-Kommission beendet jahrelangen Konflikt
- Kunden erhalten mehr Wahlfreiheit bei Wartung
- SAP senkt Nachzahlungen und Gebühren drastisch
- Aktienkurs seit Jahresbeginn stark gefallen
Jahrelang kritisierte die EU-Kommission die starren Support-Verträge von SAP. Jetzt lenkt der Softwarekonzern ein. Brüssel hat weitreichende Zusagen des Unternehmens offiziell akzeptiert. Damit endet ein schwelender Konflikt um die Wartung lokaler Software-Installationen.
Kunden erhalten künftig deutlich mehr Freiheiten. Sie können für verschiedene Systembereiche externe Wartungsanbieter wählen. Wer komplett auf den offiziellen SAP-Support verzichten will, hat es künftig leichter. Die Folge: mehr Flexibilität bei der langfristigen IT-Planung.
Kehrt ein Kunde nach einer Pause zurück, streicht SAP die bisherigen Verwaltungsgebühren. Auch die Nachzahlungen sinken drastisch. Sie werden auf sechs Monate oder die Hälfte der regulären Gebühren begrenzt. Für einige ältere Produkte entfallen diese Strafzahlungen sogar komplett. Diese Regeln gelten weltweit für zehn Jahre.
Fokus auf Künstliche Intelligenz
EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera wertet den Beschluss als branchenweiten Maßstab. Er dient zugleich als Warnung für die stark wachsenden Cloud-Märkte. Parallel dazu treibt SAP den Umbau in Richtung Künstliche Intelligenz voran. Erst Anfang Juli schloss der Konzern die Übernahme der Datenplattform Dremio ab. Dieser Zukauf soll die Analyse von riesigen Datenmengen spürbar verbessern.
Warten auf die Halbjahresbilanz
An der Börse bleibt die Stimmung derweil angespannt. Die SAP-Aktie notiert aktuell bei 138,12 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 32 Prozent an Wert verloren. Die nächsten harten Fakten liefert das Management am 23. Juli.
Dann präsentiert SAP die offiziellen Zahlen für das zweite Quartal. Analysten rechnen mit einem Umsatzanstieg auf rund 9,85 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie soll von 1,46 Euro im Vorjahr auf 1,76 Euro klettern.
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