SAP Aktie: EU-Verfahren vor dem Aus
SAP kann offenbar eine drohende EU-Milliardenstrafe abwenden. Neue Zugeständnisse an Brüssel ebnen den Weg für eine einvernehmliche Lösung.

Kurz zusammengefasst
- EU-Kartellverfahren gegen SAP vor Beilegung
- Milliardenbußgeld durch Zugeständnisse abgewendet
- Cloud-Geschäft wächst, aber Wachstum verlangsamt sich
- Aktienkurs nahe 52-Wochen-Tief, Rückkäufe stützen
Seit Herbst 2025 schwebt ein EU-Kartellverfahren über SAP. Jetzt winkt eine Lösung. Die Brüsseler Behörde prüft aktuell neue Zugeständnisse des Softwarekonzerns. Bleiben Einwände von Kunden aus, endet das Verfahren ohne Bußgeld.
Der Deal mit Brüssel
Im Kern geht es um den Markt für Wartung und Support. Die EU-Kommission verdächtigt SAP, diesen Bereich für On-Premise-Kunden abzuschotten. Dem Konzern droht im schlimmsten Fall eine Strafe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Bei Erlösen von 34,2 Milliarden Euro im Jahr 2024 wäre das ein massiver Schlag.
Um das abzuwenden, bietet das Management nun mehr Wahlfreiheit bei Dienstleistern an. Hinzu kommt eine höhere Flexibilität bei den Softwarelizenzen. Brüssel hat daraufhin den Markt befragt. SAP rechnet laut eigenen Angaben nicht mit materiellen Belastungen für die Bilanz.
Operatives Geschäft bremst ab
Parallel zur Regulierung läuft das Kerngeschäft solide. Im ersten Quartal 2026 stieg der Cloud-Auftragsbestand um 20 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro.
Die währungsbereinigten Cloud-Umsätze kletterten sogar um 27 Prozent. Das Management dämpfte jedoch die Erwartungen für das laufende Vierteljahr. Spezifische Quartalseffekte hatten den Jahresauftakt stark begünstigt. Für das zweite Quartal rechnet der Vorstand deshalb mit einem schwächeren Wachstum.
Aktie am Boden, Rückkäufe stützen
An der Börse spiegelt sich das Wachstum kaum wider. Mit 134,88 Euro hat sich der Kurs vom Rekordhoch des vergangenen Julis fast halbiert. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf über 33 Prozent. Die Aktie handelt damit nur knapp über ihrem jüngsten 52-Wochen-Tief.
Das Gegengewicht: massive Aktienrückkäufe. Bis zum 27. Juli kauft SAP eigene Papiere für bis zu 2,6 Milliarden Euro über die Börse zurück. Das ist Teil eines laufenden, milliardenschweren Gesamtprogramms.
Ein Ende des EU-Verfahrens würde ein großes Risiko aus dem Markt nehmen. Der Fokus rückt dann wieder voll auf die Fundamentaldaten. Am 23. Juli 2026 präsentiert SAP die Zahlen für das zweite Quartal. Investoren achten dabei streng auf die Entwicklung der Cloud-Bruttomarge.
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