SAP Aktie: Fast 34 Prozent Verlust seit Jahresbeginn
SAP-Aktie fällt trotz starkem Cloud-Wachstum und Gewinnplus auf neues Jahrestief. Analysten uneins über Kurspotenzial.
Kurz zusammengefasst
- Cloud-Umsatz steigt um 27 Prozent
- Operativer Gewinn legt auf 2,9 Milliarden zu
- Oracle-Konkurrenz drückt auf den Kurs
- BSI-Zulassung öffnet Behördenmarkt
Starke operative Zahlen, schwacher Aktienkurs — bei SAP klaffen Realität und Stimmung weit auseinander. Das Papier beendete die Woche bei 133,68 Euro. Damit notiert der DAX-Konzern nur knapp über dem frischen 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf fast 34 Prozent.
Analysten uneins wie selten
Marktbeobachter blicken völlig unterschiedlich auf diese Entwicklung. Das Spektrum der Kursziele fällt für ein Schwergewicht ungewöhnlich breit aus. JPMorgan rät zum Halten und sieht die Aktie bei 175 Euro. Das Analysehaus Bernstein empfiehlt hingegen den Kauf. Die Experten rufen ein Ziel von 276 Euro auf. Zwischen beiden Extremen liegen mehr als 100 Euro Differenz.
Fundamentaldaten ignorieren Kurstrend
Die operative Entwicklung steht im starken Kontrast zur Kursschwäche. Im ersten Quartal wuchs der Cloud-Umsatz um 27 Prozent. Das operative Ergebnis legte um 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu.
Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand einen Cloud-Umsatz von bis zu 26,2 Milliarden Euro an. Hinzu kommt ein erwarteter freier Cashflow von rund 10 Milliarden Euro.
Der Druck auf den Kurs kommt von außen. Auslöser des jüngsten Rutsches war der US-Konkurrent Oracle. Dieser kündigte überraschend hohe Investitionen in seine KI-Infrastruktur an. Die Folge: SAP-Aktien gaben sofort nach. Eine Sektorabstufung europäischer IT-Werte durch die UBS verstärkte den Abverkauf.
Staatliche Aufträge stützen
Auf Unternehmensseite gibt es positive Signale. Die SAP Cloud Infrastructure erhielt vom BSI die Einsatzerlaubnis für Verschlusssachen. Diese Zulassung öffnet den lukrativen deutschen Behördenmarkt für höher eingestufte Daten.
Parallel dazu läuft ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Bis Ende Juli 2026 kauft SAP eigene Papiere. Das schafft bis in den Sommer hinein eine zusätzliche Nachfrage am Markt.
Derzeit befindet sich SAP in der ruhigen Phase vor den nächsten Zahlen. Am 23. Juli 2026 öffnet der Softwarekonzern die Bücher für das zweite Quartal. Dann prüft der Markt, ob der Cloud-Auftragsbestand das hohe Tempo hält. Fällt das Cloud-Wachstum trotz fehlender Sondereffekte stark aus, beweist der Konzern, dass seine KI-Strategie kommerziell funktioniert.
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