SAP Aktie: Goldman Sachs sieht 215 Euro
SAP-Aktie erhält nach kräftiger Erholung neue Kursziele von 215 und 205 Euro. Aktienrückkäufe und KI-Zukäufe stützen die positive Analysteneinschätzung.
Kurz zusammengefasst
- Goldman Sachs Ziel: 215 Euro
- Berenberg sieht fairen Wert bei 205 Euro
- SAP kauft eigene Aktien für 344 Millionen Euro
- Cloud-Auftragsbestand wächst um 26 Prozent
Nach einer der kräftigsten Kurserholungen im DAX in diesem Jahr trauen Goldman Sachs und Berenberg der SAP-Aktie weiteres Aufwärtspotenzial zu. Goldman Sachs nennt ein Kursziel von 215 Euro, Berenberg sieht 205 Euro als fairen Wert – beide Marken liegen deutlich über dem aktuellen Kursniveau.
Am Montag schloss das Papier bei 179,86 Euro, ein Plus von 0,67 Prozent. Die Einschätzungen der beiden Häuser fallen in eine Phase, in der sich der Kurs binnen 30 Handelstagen um 28,14 Prozent verteuert hat.
Rückkäufe stützen den Kurs
Ein Treiber hinter der Erholung ist das laufende Aktienrückkaufprogramm. Zwischen dem 27. und 31. Juli erwarb SAP rund 2,18 Millionen eigene Aktien für 344,3 Millionen Euro, im Schnitt zu 157,62 Euro je Papier – deutlich unter dem aktuellen Niveau.
Das Programm ist Teil eines auf zehn Milliarden Euro angelegten Rückkaufs, der bis 2027 laufen soll. Solche kontinuierlichen Käufe entziehen dem Markt Aktien und wirken damit stützend, gerade in einer Phase, in der Anleger nach positiven Signalen suchen.
Die technische Verfassung der Aktie unterstreicht den Stimmungswandel: Das Papier notiert inzwischen 4,03 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt und hat damit eine wichtige langfristige Trendlinie von unten nach oben durchbrochen.
Vom Jahreshoch bei 251,70 Euro, das im vergangenen Sommer erreicht wurde, bleibt der Abstand mit rund 28,5 Prozent jedoch beträchtlich – die Erholung ist real, aber noch keine vollständige Trendwende zu alten Höchstständen.
Regulatorische Entlastung und KI-Ausbau als Rückenwind
Zu den Faktoren, die das Vertrauen der Analysten stützen, zählt die Entscheidung der EU-Kommission, ihre Kartell-Vorermittlungen gegen SAP vor rund einem Monat ohne Missbrauchsverfahren einzustellen. Die regulatorische Unsicherheit, die zeitweise auf dem Papier lastete, ist damit vom Tisch.
Parallel hat SAP vor rund zwei Wochen die Übernahmen von Dremio und Prior Labs abgeschlossen und damit sein Angebot im Bereich Künstliche Intelligenz weiter ausgebaut – auch wenn diese Zukäufe kurzfristig auf die Marge drücken.
Auch operativ liefert SAP Argumente für die optimistischeren Kursziele. Der Cloud-Auftragsbestand, der vor gut einer Woche mit den Quartalszahlen bekannt wurde, wuchs um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Dieser Wert gilt als wichtiger Frühindikator für künftige Umsätze im margenstarken Cloud-Geschäft und dürfte mit ein Grund sein, warum Goldman Sachs und Berenberg trotz der bereits gelaufenen Rally an ihren optimistischen Zielen festhalten.
Für Anleger ergibt sich daraus ein zweigeteiltes Bild: Die operative Entwicklung und die regulatorische Entlastung liefern fundamentale Argumente für weiteres Kurspotenzial, wie es die Kursziele von 215 beziehungsweise 205 Euro signalisieren.
Gleichzeitig zeigt der Blick auf das Jahrestief, dass die Aktie von ihren Tiefständen bereits gut 41 Prozent zugelegt hat – ein Teil der positiven Nachrichten dürfte damit bereits eingepreist sein. Ob die Rally bis an die Kursziele der Analysten heranreicht, wird sich daran entscheiden, ob SAP das Wachstumstempo im Cloud-Geschäft in den kommenden Quartalen bestätigen kann.
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