SAP Aktie: Höhere Messlatte
Der Kursanstieg auf rund 50 Prozent seit Ende Juli trifft auf niedrigere EPS-Prognosen und ein gestiegenes Bewertungsniveau.

Kurz zusammengefasst
- Aktie seit Ende Juli rund 50 Prozent höher
- EPS-Schätzungen für 2026 bis 2028 gesunken
- 12-Monats-KGV von 17 auf 24 gestiegen
- Analysten erwarten 29 Prozent operative Marge
Rund 50 Prozent Kursplus seit Ende Juli, aber sinkende Gewinnschätzungen: Vor den Q3-Zahlen am Mittwoch trifft bei SAP eine ungewöhnliche Kombination aufeinander. Die Aktie notierte zum Wochenstart bei 199,80 Euro und damit knapp unter der 200-Euro-Marke, die sie zwischenzeitlich kurz überschritt.
Bewertung zieht an, Schätzungen sinken
Die Q2-Zahlen am 23. Juli markierten für den Softwarekonzern einen Wendepunkt. Seitdem hat die Aktie kräftig zugelegt, obwohl die Marge im zweiten Quartal schwächer ausfiel als erwartet und die Ergebnisprognose leicht gesenkt wurde. Entsprechend rutschten die Gewinnerwartungen etwas ab.
Der EPS-Konsens für 2026 fiel von 7,22 auf 7,09 Euro, für 2027 von 8,43 auf 8,36 Euro. Für 2028 liegt er nun bei 9,74 Euro statt zuvor 10,01 Euro.
Die Bewertung hat sich dadurch spürbar verschoben. Das 12-Monats-KGV lag Mitte August noch bei rund 17, inzwischen sind es 24. Das entspricht etwa dem Zehnjahresschnitt und liegt über dem Median von 21,7. Die Anforderungen an die Zahlen sind damit höher als im Juli.
Das erwartet der Markt
SAP veröffentlicht die Zahlen am Mittwoch nach US-Börsenschluss um 22:05 Uhr MESZ. Der vom Unternehmen veröffentlichte Analystenkonsens sieht den Umsatz bei 10,11 Milliarden Euro, ein Plus von 11 Prozent. Auf das Cloud-Geschäft entfallen davon 6,58 Milliarden Euro.
Beim bereinigten operativen Gewinn rechnen die Analysten mit einem Anstieg um 15 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro. Die Marge soll von 28,3 auf 29,0 Prozent klettern.
Der wichtigste Frühindikator ist der Current Cloud Backlog, also der aktuelle Cloud-Auftragsbestand. Im zweiten Quartal wuchs er währungsbereinigt um 26 Prozent. Konzernchef Christian Klein führte das damals auf die Strategie des autonomen Unternehmens zurück, getragen von der Autonomous Suite und der Business-AI-Plattform. Für das dritte Quartal erwartet der Markt ein etwas geringeres Tempo von rund 24 bis 25 Prozent.
Börsenumfeld bleibt angespannt
Auch das Umfeld spielt mit. Am Markt dominieren Fragen zur Finanzierung des KI-Booms, nicht zu den technischen Möglichkeiten. Mit SAP, Netflix, Texas Instruments, Tesla und Meta legen in dieser Woche mehrere Schwergewichte der Technologiesaison Zahlen vor.
Für SAP zählen am Mittwochabend vor allem zwei Punkte: eine Marge von mindestens 29 Prozent und ein Cloud-Backlog, der nicht deutlich unter 24 Prozent Wachstum fällt. Gelingt beides, hat die 200-Euro-Marke gute Chancen, dauerhaft zu fallen.
Stand heute, 19. Oktober: SAP – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in SAP investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 19. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.