SAP Aktie: Jefferies gegen JP Morgan?
Im dritten Quartal wuchsen Cloudumsatz und Betriebsergebnis; Jefferies und JP Morgan halten an verschiedenen Aktienbewertungen fest.

Kurz zusammengefasst
- Jefferies bestätigt Kaufurteil und 220-Euro-Ziel
- JP Morgan bleibt bei neutraler Einstufung
- Cloudumsatz steigt um 26 Prozent
- Betriebsergebnis wächst um 18 Prozent
Nach den gestern veröffentlichten Quartalszahlen gehen die Einschätzungen zu SAP auseinander. Jefferies bestätigte heute die Kaufempfehlung, während JP Morgan an der Einstufung „Neutral“ festhielt. Das starke Cloudgeschäft liefert damit kein einheitliches Signal für die Bewertung der Aktie. Für Anleger zählt die Unterscheidung zwischen operativem Wachstum und dem daraus abgeleiteten Kurspotenzial.
Zwei Kursziele, unterschiedliche Erwartungen
Jefferies-Analyst Charles Brennan bestätigte heute ein Kursziel von 220 €. Toby Ogg von JP Morgan bekräftigte ebenfalls heute seine Einschätzung mit einem Ziel von 175 €. Beide Häuser hielten damit an ihren bisherigen Empfehlungen fest.
Die Spanne macht deutlich, dass dieselbe Geschäftsentwicklung unterschiedliche Anlageurteile zulässt. Eine Begründung für die Abweichung lässt sich aus den bestätigten Einstufungen allein nicht ableiten. Insbesondere sind Kaufempfehlung und neutrale Bewertung keine gegensätzlichen Aussagen über die gemeldeten Geschäftszahlen, sondern unterschiedliche Urteile zur Aktie.
Cloudgeschäft trägt das Wachstum
SAP meldete gestern für das dritte Quartal 2026 einen Cloudumsatz von 6,668 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 26 %. Damit bleibt das Cloudgeschäft ein wesentlicher Wachstumsträger.
Auch der Auftragsbestand ist für die Einordnung wichtig. Anders als der bereits erzielte Umsatz beschreibt er die vertragliche Grundlage für künftige Erlöse. Er sollte deshalb nicht mit dem im Quartal verbuchten Geschäft gleichgesetzt werden.
Der aktuelle Cloud-Auftragsbestand erreichte laut SAP 24,144 Milliarden Euro und legte um 28 % zu. Währungsbereinigt betrug das Wachstum 26 %.
Die operative Entwicklung beschränkt sich zugleich nicht auf neue Cloudverträge. SAP steigerte auch den Konzernumsatz und das bereinigte Betriebsergebnis. Das liefert einen breiteren Maßstab für die Geschäftsentwicklung als der Blick auf eine einzelne Wachstumskennzahl.
Der Gesamtumsatz erreichte im dritten Quartal 2026 erstmals mehr als zehn Milliarden Euro. Das Non-IFRS-Betriebsergebnis stieg um 18 % auf 3,030 Milliarden Euro.
Jahresabschluss als nächster Prüfpunkt
Für Anleger bleibt entscheidend, ob SAP die Geschäftsdynamik in weitere Umsätze und Ergebniszuwächse übersetzen kann. Der gestiegene Auftragsbestand unterstützt diese Perspektive, ersetzt aber noch keine realisierten Erlöse. Ebenso wenig lässt sich aus einer bestätigten Kaufempfehlung eine sichere Kursentwicklung ableiten.
Die Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2026 ist für den 28.01.2027 um etwa 06:00 Uhr MEZ angekündigt. Bis dahin stehen den bestätigten Wachstumszahlen deutlich unterschiedliche Kursziele gegenüber. Genau diese Trennung zwischen Geschäftsentwicklung und Aktienbewertung prägt die heutige Einordnung.
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