SAP Aktie: Joule kommt auf On-Premise-Systeme
SAP plant KI-Zugang für On-Premise-Nutzer, um Cloud-Wechsel zu fördern. Aktie bleibt trotz strategischer Neuausrichtung unter Druck.
Kurz zusammengefasst
- KI-Zugang für lokale Systeme
- Cloud-Einstieg als Voraussetzung
- Partnerschaft mit Fresenius ausgebaut
- Aktie weit unter Höchstständen
Jahrelang blieb SAPs KI-Welt ein Cloud-Privileg. Nun plant der Walldorfer Softwarekonzern laut einem Handelsblatt-Bericht eine grundlegende Kurskorrektur — und das kurz vor der wichtigsten Konferenz des Jahres.
Der Konflikt um Cloud-Zwang
SAP lieferte KI-Funktionen bislang fast ausschließlich über seine Cloud-Produkte. Wer seine Systeme im eigenen Rechenzentrum betreibt — On-Premise —, ging leer aus. Das trifft einen erheblichen Teil der Kundenbasis: Laut DSAG Investment Survey 2026 nutzen nur 3 Prozent der SAP-Kunden SAP Business AI produktiv, während 77 Prozent der KI-aktiven Unternehmen auf Lösungen anderer Anbieter ausweichen.
Künftig sollen auch On-Premise-Betreiber von Systemen wie ECC und S/4HANA Zugang zu Funktionen wie dem digitalen Assistenten Joule erhalten. Bedingung ist allerdings, dass sie über das Angebot „Rise with SAP“ den Einstieg in die Cloud beginnen. SAP selbst ließ konkrete Aussagen dazu offen, betonte jedoch: Neue Funktionen entstünden weiterhin primär in der Cloud.
Den Druck dahinter verdeutlicht ein Datum. Der Support für ECC 6.0 endet am 31. Dezember 2027 — mehr als 10.000 Kunden weltweit stehen damit vor einer Migrationsentscheidung. Joule als Argument für den Cloud-Wechsel gewinnt so an strategischem Gewicht.
Fresenius, Sapphire und der Ausblick
Parallel zur KI-Öffnung bauen SAP und Fresenius ihre im Januar angekündigte Partnerschaft aus. Beide Konzerne investieren gemeinsam in Avelios Medical, einem Entwickler cloudbasierter Krankenhausinformationssysteme. Das mittelfristige Investitionsvolumen liegt im mittleren dreistelligen Millionenbereich.
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Die nächste strategische Bühne folgt in Kürze: Die SAP Sapphire findet vom 11. bis 13. Mai in Orlando und vom 19. bis 21. Mai in Madrid statt. CEO Christian Klein hatte die Konferenz bereits mit den Worten angekündigt: „At Sapphire, we will show how we are taking the next leap forward.“ Trotz eines Umsatzmisses im ersten Quartal hält SAP am Jahresziel fest — Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro, ein Wachstum von 23 bis 25 Prozent bei konstanten Währungen.
Aktie weit unter alten Höchstständen
Die SAP-Aktie notiert aktuell bei rund 148,82 Euro — seit Jahresbeginn ein Minus von gut 26 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 271,60 Euro trennt das Papier noch immer ein Abstand von mehr als 45 Prozent, wenngleich der RSI mit 75,5 auf eine kurzfristig überkaufte Lage hindeutet.
SAP zählt nach eigenen Angaben mehr als 40 spezialisierte Agenten und über 2.400 Joule Skills. Wie viele Kunden diese Plattform tatsächlich nutzen werden, hängt davon ab, ob die geplante On-Premise-Öffnung über ein Handelsblatt-Gerücht hinauswächst — und ob die Sapphire dafür konkrete Ankündigungen liefert.
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