SAP Aktie: JPMorgan dreht ab

JPMorgan stuft SAP von 'Overweight' auf 'Neutral' herab und senkt das Kursziel von 260 auf 175 Euro. Grund ist eine Verlangsamung des Cloud-Wachstums und steigender Wettbewerbsdruck.

Felix Baarz ·
SAP Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Herabstufung von Overweight auf Neutral
  • Kursziel von 260 auf 175 Euro gesenkt
  • Wachstum im Cloud-Auftragsbestand verlangsamt sich
  • Steigender Wettbewerb durch KI-Agenten

JPMorgan hat die SAP-Aktie heute von „Overweight“ auf „Neutral“ zurückgestuft und das Kursziel dabei drastisch von 260 auf 175 Euro gekürzt. Der Titel reagierte mit einem Kursverlust von rund 4,4 Prozent — und steht damit an der Spitze der DAX-Verlierer.

Die Begründung der Analysten ist vielschichtig, aber der Kern lässt sich klar benennen: Das Wachstum im Cloud-Auftragsbestand verlangsamt sich. Dieser sogenannte Current Cloud Backlog hatte seinen Höhepunkt 2024 erreicht und verliert seitdem an Schwung. Für 2026 erwarten die Analysten eine weitere Abschwächung — eine Beschleunigung sei kaum noch realistisch zu modellieren.

Drei Gegenwindfaktoren auf einmal

Hinzu kommen zwei weitere Belastungen. SAP bewegt sich offenbar in Richtung eines nutzungsbasierten Abrechnungsmodells, was die Umsatzentwicklung schwerer planbar macht. Gleichzeitig wächst der Wettbewerbsdruck im Bereich KI-Agenten rasant. Große Sprachmodell-Anbieter wie Anthropic skalieren ihre Erlöse in einem Tempo, das vor wenigen Jahren unvorstellbar gewesen wäre — von einem annualisierten Umsatz von 9 Milliarden Dollar im Dezember 2025 auf bereits 19 Milliarden Dollar im März 2026. Das dürfte den Investitionsdruck für SAP spürbar erhöhen.

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Die Folge: JPMorgan senkte seine Gewinnschätzungen für die Jahre 2026 bis 2028 im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Die zuvor erhoffte zügige Margenausweitung rückt damit in weitere Ferne.

Technische Lage verschärft den Druck

Aus dem Marktumfeld kommt wenig Entlastung. Händler verweisen auf eine bereits angeschlagene Charttechnik — die Aktie steht nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Das Zusammentreffen aus Analystenherabstufung und technischer Schwäche macht eine schnelle Erholung unwahrscheinlich.

Andere Häuser bleiben dagegen optimistisch: TD Cowen hält an seiner Kaufempfehlung fest und sieht SAP als führenden europäischen Titel im KI-Umfeld. Bernstein hebt die Stärke der Lieferkettensparte hervor, die im aktuellen geopolitischen Klima besonders gefragt sei. Und mit einem angekündigten Dividendenanstieg von 6,4 Prozent auf 2,50 Euro je Aktie — entsprechend einer Gesamtausschüttung von rund 2,92 Milliarden Euro — sendet das Unternehmen selbst ein Signal der Stabilität. Ob das ausreicht, um die Stimmung zu drehen, steht auf einem anderen Blatt.

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