SAP Aktie: KI-Sorge trifft Softwareriesen
JPMorgan zählt SAP zu KI-anfälligen Unternehmen; Zweifel an der langfristigen Profitabilität klassischer Softwaremodelle bleiben bestehen.

Kurz zusammengefasst
- SAP verliert seit Jahresbeginn zweistellig
- JPMorgan führt 69 betroffene Werte
- Accenture und Adobe verlieren rund 30 Prozent
- Cloudflare-Aktie steigt im Zeitraum rund 80 Prozent
Die Angst vor künstlicher Intelligenz als Jobkiller für klassische Software-Geschäftsmodelle hat auch SAP erfasst. Die US-Großbank JPMorgan zählt den Walldorfer Konzern zu einem Korb von 69 Werten aus Software, Unternehmensdienstleistungen und Medien, die als anfällig für die neue Technologie gelten. Seit Jahresbeginn liegt SAP in diesem Korb mit einem Verlust im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.
Damit steht SAP zwar deutlich besser da als Schwergewichte wie Accenture oder Adobe, die jeweils rund 30 Prozent verloren haben. Trotzdem reiht sich der Konzern in eine Gruppe ein, der die Bank grundsätzlich mit Skepsis begegnet.
JPMorgan sieht eine Spannung zwischen Kurs und Fundamentaldaten: Die Bewertungen vieler betroffener Aktien fielen auf ein nach Einschätzung der Bank nahezu rekordtiefes Niveau, was zeitweise Erholungen ermöglichen könnte. Für eine dauerhafte Trendwende reicht das aus Sicht der Analysten aber nicht.
Zweifel an der Profitabilität bleiben
Der Kern der Sorge liegt nicht im aktuellen Geschäft, sondern in der Frage, ob KI-Anwendungen etablierte Umsatzmodelle aushöhlen könnten. Bei Unternehmenssoftware wie der von SAP steht im Raum, ob generative KI-Tools künftig Aufgaben übernehmen, für die heute noch Lizenzen und Beratungsleistungen bezahlt werden.
JPMorgan bleibt bei dieser Einschätzung vorsichtig – schon im März hatten die Strategen auf eine mögliche Erholung gehofft, ohne dass sich daraus eine nachhaltige Wende ergeben hätte.
Ein Gegenbeispiel liefert der Cloud-Infrastrukturanbieter Cloudflare, dessen Aktie sich im selben Zeitraum um rund 80 Prozent verteuerte. Anbieter, die als Rückgrat für KI-Anwendungen fungieren, profitieren demnach eher von der Entwicklung, während klassische Softwarehäuser unter Verdacht stehen, zu den Verlierern zu zählen.
Für SAP bedeutet das: Die Debatte um KI-Disruption dürfte den Konzern weiter begleiten, unabhängig von der operativen Entwicklung. Wie belastbar das eigene Geschäftsmodell gegenüber neuen KI-Werkzeugen tatsächlich ist, wird sich an den kommenden Quartalszahlen ablesen lassen.
Stand heute, 29. September: SAP – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in SAP investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 29. September gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.