SAP Aktie: Match2 integriert Talentmanagement im Store
SAP integriert Talentmanagement-Lösung von Match2 in den Store. Analysten sehen Potenzial bis 201,55 Euro, warnen aber vor überkauftem Kurs.

Kurz zusammengefasst
- Match2-Software im SAP Store
- Umsatzziel: 53,4 Mrd. Euro bis 2029
- Aktie 32 Prozent im Monatsplus
- RSI signalisiert überkaufte Lage
SAP baut sein KI-getriebenes Partnernetzwerk weiter aus: Der US-Anbieter Match2 Inc. hat Anfang August seine Software für Talentmanagement, „Connected Talent Solutions“, im SAP Store platziert und an SAP SmartRecruiters sowie SAP Talent Solutions angebunden. Für Anleger ist das mehr als eine technische Randnotiz — die Integration fügt sich in eine langfristige Wachstumsgeschichte, die SAP derzeit an den Kapitalmärkten erzählen muss.
Ambitionierte Ziele bis 2029
Nach Prognosen, die im Zusammenhang mit der Match2-Kooperation kursieren, soll SAP bis 2029 auf einen Umsatz von 53,4 Milliarden Euro und einen Gewinn von 11,2 Milliarden Euro kommen. Das entspräche einem jährlichen Wachstum von 11,8 Prozent und einem Gewinnsprung um 3,4 Milliarden Euro gegenüber aktuell 7,8 Milliarden Euro.
Optimistischere Analysten legen die Messlatte höher: Sie erwarten bis 2029 sogar 56,2 Milliarden Euro Umsatz und 12,5 Milliarden Euro Gewinn. Aus diesen Annahmen leitet sich ein fairer Wert von 201,55 Euro je Aktie ab, was einem Aufwärtspotenzial von rund 12 Prozent entspräche.
Solche Zahlen sind Prognosen, keine gemeldeten Ist-Werte – sie hängen daran, ob SAP sein KI- und Cloud-Geschäft im angenommenen Tempo skaliert. Die Match2-Integration selbst liefert dafür nur ein kleines, aber symptomatisches Puzzleteil: Sie zeigt, wie SAP über Partnerlösungen im eigenen Store zusätzliche Funktionalität ins Kernportfolio holt, ohne selbst investieren zu müssen. Für das margenstarke Wachstumsziel bis 2029 dürften solche Ökosystem-Effekte künftig eine größere Rolle spielen als einzelne Software-Updates.
Kurs bereits deutlich gelaufen
Der Markt hat einen Teil dieser Wachstumsstory bereits vorweggenommen. Die Aktie schloss am Freitag bei 179,80 Euro, nach einem Kursanstieg von 32 Prozent innerhalb der vergangenen 30 Tage – ein Tempo, das die seit einem Jahr insgesamt schwache Bilanz mit einem Minus von 25 Prozent zwar nicht wettmacht, den jüngsten Stimmungswandel aber unterstreicht. Der Relative-Stärke-Index von 70,4 signalisiert dabei bereits eine überkaufte Verfassung, was kurzfristige Rücksetzer wahrscheinlicher macht.
Gemessen am errechneten fairen Wert von 201,55 Euro notiert die Aktie noch immer mit spürbarem Abstand darunter – ein Aufholpotenzial, das aber nur dann trägt, wenn SAP die unterstellten Wachstumsraten tatsächlich liefert.
Bis 2029 ist es ein weiter Weg, und die Match2-Kooperation zeigt vor allem, dass SAP an vielen kleinen Stellschrauben gleichzeitig dreht, um dorthin zu kommen. Anleger, die auf die Cloud- und KI-Story setzen, kaufen damit weniger ein einzelnes Produkt-Update als eine Wette auf die Summe vieler solcher Partnerschaften.
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