SAP Aktie: NTT DATA wählt SuccessFactors und Joule
SAP sichert sich mit NTT DATA einen Großauftrag für SuccessFactors und KI-Lösungen. Der Cloud-Bereich wächst weiterhin stark und untermauert die Jahresziele.

Kurz zusammengefasst
- NTT DATA setzt auf SAP-Cloud
- Cloud-Erlöse steigen um 22 Prozent
- Zukäufe belasten Marge leicht
- Kartellamt beendet Prüfung ohne Verfahren
SAP hat mit NTT DATA einen weiteren Großkunden für seine Cloud-Personalsoftware gewonnen. Der japanische IT-Dienstleister setzt künftig konzernweit auf SAP SuccessFactors sowie die SAP Business Data Cloud in Verbindung mit dem KI-Assistenten Joule, um seine globale People-&-Culture-Strategie neu aufzustellen.
Die Umsetzung soll über einen Zeitraum von zwölf Monaten erfolgen, NTT DATA bringt dabei als langjähriger SAP-Partner eigene Implementierungsexpertise ein.
Die Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen besteht bereits seit mehr als 36 Jahren. NTT DATA ist nach eigenen Angaben Platinum-Partner, Global Service Partner und Global Reseller von SAP – ein Status, der auf eine tiefe technische Verzahnung beider Häuser hindeutet. Für SAP ist der Auftrag ein weiterer Beleg dafür, dass sich die im vergangenen Jahr forcierte KI-Integration in die Kernprodukte in konkreten Geschäftsabschlüssen niederschlägt.
Cloud-Geschäft liefert Wachstumstreiber
Der Deal fällt in eine Phase, in der SAP sein Cloud-Geschäft deutlich ausbaut. Im Ende Juli veröffentlichten Quartalsbericht zum zweiten Quartal 2026 wies der Konzern einen Anstieg der Cloud-Erlöse um 22 Prozent aus, währungsbereinigt sogar um 24 Prozent.
Noch dynamischer entwickelte sich die Cloud ERP Suite mit einem währungsbereinigten Plus von 27 Prozent. Der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft, das sogenannte Current Cloud Backlog, kletterte um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet SAP nun mit Cloud-Erlösen zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro, währungsbereinigt ein Zuwachs von 23 bis 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Non-IFRS-Betriebsergebnis peilt der Konzern 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro an, was einem Anstieg von 13 bis 17 Prozent entspräche.
Allerdings belasten die jüngsten Zukäufe Dremio und Prior Labs die Marge im laufenden Jahr um mehr als 100 Millionen Euro – ein Effekt, den SAP in seiner angepassten Guidance bereits eingepreist hat.
Strategische Zukäufe untermauern KI-Ambitionen
Genau diese beiden Übernahmen zeigen, wohin SAP seine langfristige Strategie lenkt. Anfang Juli schloss der Konzern den Kauf der Data-Lakehouse-Plattform Dremio ab, die offene Datenanbindung über SAP- und Nicht-SAP-Systeme hinweg ermöglichen soll.
Mitte Juli folgte die Übernahme von Prior Labs, einem Spezialisten für tabellarische Foundation-Modelle. SAP kündigte an, mehr als eine Milliarde Euro über die kommenden vier Jahre in den Ausbau von Prior Labs als eigenständiges Frontier-AI-Labor für strukturierte Daten zu investieren.
Diese Investitionen zielen darauf ab, Joule und die Business Data Cloud technologisch zu unterfüttern – genau jene Produkte, die nun auch bei NTT DATA zum Einsatz kommen sollen. Der Auftrag liefert damit einen praktischen Beleg dafür, dass die milliardenschweren Zukäufe nicht nur strategische Ankündigungen bleiben, sondern in Vertriebserfolge münden.
Regulatorische Entlastung als Randnotiz
Für zusätzliche Entspannung sorgte Ende Juli die Entscheidung des Bundeskartellamts, kein förmliches Missbrauchsverfahren gegen SAP einzuleiten. Die Behörde beendete damit ihre Vorermittlungen, ohne dass sich für den Konzern rechtliche Konsequenzen ergaben.
An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt gefestigt. Am Freitag schloss die Aktie bei 186,70 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage summierte sich der Kursanstieg auf 43 Prozent, seit Jahresbeginn liegt das Papier dennoch noch mit 11 Prozent im Minus. Zum 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro aus dem Oktober fehlen der Aktie weiterhin rund 23 Prozent.
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