SAP Aktie: Prior Labs mit über einer Milliarde Euro
SAP treibt mit den Akquisitionen von Reltio, Dremio und Prior Labs seine KI-Datenstrategie voran. Der Cloud-Umsatz wächst, die Aktie bleibt jedoch schwach.

Kurz zusammengefasst
- Übernahmen von Reltio, Dremio und Prior Labs
- Cloud-Umsatz im ersten Quartal gestiegen
- Aktienkurs liegt deutlich unter Jahreshoch
- Ausbau der Partnerschaft mit Microsoft
Auf der Sapphire-Konferenz in Orlando präsentiert SAP nicht nur ein neues KI-Konzept — hinter den Kulissen formt der Konzern mit drei Übernahmen eine Infrastruktur, die sein gesamtes Plattformgeschäft neu ausrichten soll.
Drei Zukäufe, eine Pipeline
Die Logik des Dreiklangs ist klar. Reltio, dessen Übernahme SAP am 7. Mai abschloss, bereinigt und harmonisiert Unternehmensdaten aus SAP- und Nicht-SAP-Systemen — die Grundvoraussetzung für funktionierenden KI-Einsatz. Dremio, eine US-Datenplattform, soll diese Daten dann in der Business Data Cloud vereinheitlichen; die Transaktion ist für das dritte Quartal 2026 geplant, vorbehaltlich regulatorischer Freigaben.
Den KI-Kern liefert Prior Labs. Das Freiburger Startup spezialisiert sich auf sogenannte Tabellarische Foundation Models — KI-Modelle, die speziell für strukturierte Unternehmensdaten trainiert werden. SAP hat eine verbindliche Übernahmevereinbarung unterzeichnet und verpflichtet sich, mehr als eine Milliarde Euro in vier Jahren zu investieren, um Prior Labs zu einem globalen Frontier-AI-Labor auszubauen.
Zahlen liefern Rückendeckung
Das operative Fundament stimmt. Im ersten Quartal wuchs der Cloud-Umsatz um 19 Prozent, der Cloud-ERP-Suite-Umsatz sogar um 23 Prozent. Der Cloud-Auftragsbestand kletterte auf 21,9 Milliarden Euro — ein Plus von 25 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Das operative Ergebnis stieg auf 2,9 Milliarden Euro, bei einer Marge von 30 Prozent.
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Für das Gesamtjahr peilt SAP einen Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro zu konstanten Wechselkursen an. Parallel baut der Konzern Partnerschaften aus: Mit Microsoft wird die RISE-with-SAP-Initiative auf Azure ausgeweitet, die Kundenzahl soll sich 2026 mehr als verdoppeln.
Aktie weit unter Jahreshoch
Die operative Stärke spiegelt sich im Kurs bislang kaum wider. Die SAP-Aktie notiert bei 142,44 Euro — rund 48 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 271,60 Euro vom Juni 2025, seit Jahresbeginn hat das Papier fast 30 Prozent verloren. Der RSI von 86 signalisiert dabei eine überkaufte Lage auf kurze Sicht, was die jüngste Schwäche technisch erklärt.
Was Investoren beschäftigt, ist weniger die Strategie selbst als ihre Taktung: Reltio ist integriert, Dremio noch nicht geschlossen, Prior Labs erst am Anfang eines mehrjährigen Aufbaus. Ob sich die drei Bausteine bis Ende 2026 in messbares Umsatzwachstum übersetzen, wird sich spätestens an den Zahlen zum dritten Quartal zeigen — wenn auch die Dremio-Transaktion abgeschlossen sein soll.
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