SAP Aktie: Project Fuji mit persönlicher Klein-Kontrolle
SAP stoppt Neueinstellungen außerhalb der KI und fokussiert Ressourcen auf das interne Projekt Fuji. Analysten sehen Chancen und Risiken.

Kurz zusammengefasst
- Einstellungsstopp für Nicht-KI-Positionen
- Fokus auf internes KI-Projekt Fuji
- Ausbau der Cloud-Partnerschaft mit IBM
- Aktie seit Jahresbeginn stark gefallen
SAP verordnet sich einen harten Sparkurs für die künstliche Intelligenz. Hinter verschlossenen Türen greift das Management hart durch. Das Ziel: Ein radikaler Wandel zum KI-gesteuerten Unternehmen.
Einstellungsstopp für das Projekt Fuji
Der Softwarekonzern stoppt fast alle Neueinstellungen. Nur Spezialisten für künstliche Intelligenz dürfen noch an Bord. Alle anderen Fachbereiche gehen vorerst leer aus. Parallel dazu streicht SAP interne Dienstreisen. Das Unternehmen erlaubt Ausnahmen nur für direkte KI-Projekte.
Mit diesem Schnitt leitet Vorstandschef Christian Klein massiv Kapital um. Das Geld fließt in das interne „Project Fuji“. Klein lenkt die Entwicklung der neuen KI-Produkte nun persönlich. Kürzere Entscheidungswege sollen die Kernprodukte schneller mit frischen Funktionen ausstatten.
IBM-Pakt stützt das Kerngeschäft
Auch wenn SAP spart, treibt der Konzern den Umbau der Cloud-Sparte voran. Dafür weitet das Unternehmen die Partnerschaft mit IBM aus. Globale Kunden wie die JYSK-Gruppe wechseln nun auf IBM-Systeme.
Dieser Schritt bleibt für SAP entscheidend. Der Konzern will alte Vor-Ort-Systeme zügig in skalierbare Cloud-Lösungen umbauen. Laut Marktbeobachtern zahlt sich künstliche Intelligenz im ERP-System für Kunden schnell aus. Mit diesem Argument kontert SAP die aktuelle Skepsis der Investoren.
Aktie tief im Minus
An der Börse sucht das Papier nach einem stabilen Boden. Am Freitag ging die Aktie bei 139,32 Euro aus dem Handel. Das ist ein herber Rückschlag. Seit Jahresanfang steht ein Minus von gut 31 Prozent auf der Anzeigetafel.
Analysten bewerten die strikten Einsparungen unterschiedlich. JPMorgan bestätigt die Einstufung auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 175 Euro. Die Experten loben die geringeren Kosten als Schutz für die Gewinnmargen. Allerdings sehen sie auch Risiken. Der Einstellungsstopp könnte wichtige Innovationen abseits der künstlichen Intelligenz ausbremsen.
Q2-Zahlen am Horizont
Aktuell schweigt das Management aufgrund der strengen Ruhephase vor den Quartalszahlen. Konkrete Details liefert SAP erst wieder am 23. Juli 2026. Dann öffnet der Konzern die Bücher für das zweite Quartal.
Dabei schauen Investoren besonders tief in das Auftragsbuch der Cloud-Sparte. Jeder will sehen, ob der harte Umbau bereits neue Kunden anlockt. Bis dahin stützt ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm den Kurs. Wenn das aktuelle Jahrestief von 130,80 Euro hält, liefert die Bilanzvorlage womöglich neue Aufwärtsimpulse.
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