Die Aktie des Softwarekonzerns kennt seit Wochen fast nur eine Richtung: abwärts. Nun setzt SAP inmitten der anhaltenden Korrektur ein strategisches Ausrufezeichen im Gesundheitssektor. Mit dem Einstieg beim HealthTech-Spezialisten Avelios Medical und einem milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm versucht der Walldorfer Konzern, das angekratzte Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
Neuordnung im Gesundheitswesen
Zum Wochenschluss gab SAP ein strategisches Investment in das Münchner Unternehmen Avelios Medical bekannt. Dieser Schritt ist direkt mit dem angekündigten Rückzug aus dem klassischen Krankenhaus-Informationssystem-Markt (IS-H) bis 2030 verknüpft. Da SAP diesen Bereich verlässt, müssen hunderte Kliniken ihre IT-Landschaft umbauen.
Durch die Beteiligung sichert sich SAP eine Schlüsselposition in der Nachfolge-Architektur: Die Software von Avelios läuft auf der SAP Business Technology Platform (BTP). Damit positioniert sich der DAX-Konzern künftig als Plattformanbieter für Daten und KI im Gesundheitswesen, statt als reiner Anwendungsentwickler. Über die finanzielle Höhe des Investments wurde Stillschweigen vereinbart.
Aktienkurs kämpft um Bodenbildung
Die strategische Meldung trifft auf ein extrem angespanntes Chartbild. Mit einem Schlusskurs von 170,32 Euro notiert die Aktie rund 37 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Juni letzten Jahres. Allein seit Jahresbeginn verlor das Papier über 15 Prozent an Wert.
Hintergrund der massiven Abverkäufe war die Enttäuschung über den Cloud-Auftragsbestand (Backlog) im vierten Quartal 2025. Obwohl die Clouderlöse im Gesamtjahr währungsbereinigt um 26 Prozent stiegen und der Free Cashflow auf über 8 Milliarden Euro kletterte, sorgte der Ausblick für Skepsis. Investoren befürchten, dass die KI-Transformation im Softwaresektor das Geschäftsmodell schneller disruptieren könnte, als SAP die neuen Technologien monetarisiert.
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Gegenmaßnahmen laufen an
Das Management steuert aktiv gegen den Kursverfall. Neben dem strategischen HealthTech-Investment soll ein massives Aktienrückkaufprogramm den Kurs stützen. Bis zu 10 Milliarden Euro will SAP zwischen Februar 2026 und Ende 2027 in eigene Anteile investieren. Zusätzlich schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr vor.
Auch im operativen Geschäft liegt der Fokus nun voll auf Künstlicher Intelligenz. Im vierten Quartal beinhalteten bereits zwei Drittel der Cloud-Neuaufträge KI-Komponenten.
Fazit
SAP befindet sich in einer schwierigen Übergangsphase. Die Zahlen für 2025 waren solide, doch der Markt fordert Beweise für das künftige Wachstumspotenzial in einer KI-dominierten Welt. Das Investment in Avelios ist ein sinnvoller Baustein, um im Gesundheitsmarkt trotz IS-H-Ausstieg relevant zu bleiben. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um den Abwärtstrend nachhaltig zu brechen, dürfte sich spätestens bei der Vorlage der Quartalszahlen am 23. April 2026 zeigen.
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