SAP Aktie: Vier kritische Lücken veröffentlicht
SAP veröffentlicht 19 neue Security Notes und ein Update, während HARTING und Lockheed Martin ihre Cloud-Nutzung mit SAP ausbauen.

Kurz zusammengefasst
- Vier Schwachstellen mit kritischer Einstufung
- Extended Passport Processing erreicht CVSS 10,0
- HARTING beschleunigt Cloud-Transformation mit SAP
- Lockheed Martin erweitert SuccessFactors-Einsatz
SAP hat am heutigen Dienstag im Rahmen des monatlichen Security Patch Day insgesamt 19 neue Security Notes sowie ein Update veröffentlicht. Darunter befinden sich vier kritische Schwachstellen, die Anleger und IT-Verantwortliche gleichermaßen aufhorchen lassen. Die gravierendste Lücke betrifft die Extended Passport Processing und erreicht mit einem CVSS-Wert von 10,0 die höchste mögliche Risikostufe.
Vier kritische Lücken im Fokus
Neben der Extended-Passport-Processing-Schwachstelle listet SAP eine kritische Sicherheitslücke im NetWeaver Message Server mit einem CVSS-Wert von 9,8. Zwei weitere kritische Notes betreffen das Cloud Application Programming Model mit einem Wert von 9,4 sowie SAP GUI for Java mit 9,0. Solche Bewertungen deuten auf ein hohes Risiko für Unternehmen hin, die betroffene Systeme im Einsatz haben und die Patches nicht zeitnah einspielen.
Für SAP selbst ist der monatliche Patch Day Routine, doch die Häufung mehrerer kritischer Einstufungen an einem einzigen Termin sticht heraus und dürfte in Fachkreisen für Diskussionen sorgen.
Neue Kundenaufträge stärken das Cloud-Geschäft
Parallel zur Sicherheitsmeldung vermeldet SAP operative Fortschritte im Kerngeschäft. Der Elektronikkonzern HARTING beschleunigt seine Cloud-Transformation mit RISE with SAP, wie das Unternehmen am 2. September mitteilte.
Wenige Tage später, am heutigen Dienstag, folgte die Nachricht, dass Lockheed Martin seine Workforce-Transformation mit SAP-SuccessFactors-Lösungen erweitert. Beide Meldungen unterstreichen, dass SAP trotz der jüngsten Kursschwäche weiterhin namhafte Kunden für seine Cloud-Angebote gewinnt.
Diese Kundengewinne fallen in eine Phase, in der die Aktie unter Druck steht. Am Sonntag hatte eine Herabstufung durch Santander bereits für Verkaufsdruck gesorgt, seither hat das Papier rund 2,4 Prozent verloren.
Am heutigen Dienstag notiert die SAP-Aktie bei 180,50 Euro und gibt damit ein weiteres Prozent nach, nachdem sie am Montag noch bei 182,26 Euro geschlossen hatte. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von 14 Prozent zu Buche, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro aus dem Oktober liegt der Kurs sogar 25 Prozent im Rückstand.
Einordnung für Anleger
Die Kombination aus Sicherheitslücken und neuen Aufträgen zeigt die zwei Gesichter des Konzerns: Auf der operativen Seite gewinnt SAP weiterhin Vertrauen bei Großkunden aus unterschiedlichen Branchen, von der Elektronikindustrie bis zur Rüstungssparte.
Auf der technischen Seite bleibt der Konzern jedoch ein bevorzugtes Ziel für Sicherheitsforscher, die im Kern seiner Softwarelandschaft immer wieder schwerwiegende Schwachstellen aufdecken.
Für Unternehmenskunden bedeutet das erhöhten Handlungsdruck, zeitnah zu patchen, während Anleger vor allem auf die Kursentwicklung schauen, die sich seit dem Rekordhoch im Oktober deutlich eingetrübt hat. Ob die aktuellen Auftragsgewinne die Stimmung nachhaltig drehen können, muss sich in den kommenden Wochen erst noch zeigen.
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