SAP: Eine Milliarde für Prior Labs
SAP kauft zwei KI-Firmen und investiert Milliarde in eigene Dateninfrastruktur. Ex-Dividende und neuer Aufsichtsratschef beschlossen.

Kurz zusammengefasst
- Zwei Zukäufe an einem Tag
- Milliardeninvestition in KI-Labor
- Neuer Aufsichtsratschef gewählt
- Dividende um 6,4 Prozent erhöht
Zwei Zukäufe an einem Tag, eine klare Botschaft: SAP will bei künstlicher Intelligenz nicht länger auf externe Anbieter angewiesen sein. Mit der Übernahme des US-Datenspezialisten Dremio und des Freiburger Startups Prior Labs baut der Walldorfer Softwarekonzern seine eigene KI-Infrastruktur gezielt aus.
Tabellarische Daten als Kernkompetenz
Prior Labs füllt eine strategische Lücke. Das Freiburger Startup entwickelt sogenannte Tabular Foundation Models — KI-Modelle, die nicht auf Text, sondern auf strukturierten, tabellarischen Daten basieren. Genau das Format, das in betriebswirtschaftlichen Prozessen dominiert: Zahlungsverläufe, Lieferkettenrisiken, Finanzprognosen. Das Flaggschiff-Modell TabPFN verzeichnete bereits über drei Millionen Downloads.
SAP plant, über vier Jahre mehr als eine Milliarde Euro in das KI-Labor von Prior Labs zu investieren. Der Kaufpreis soll im mittleren dreistelligen Millionenbereich liegen, davon fließen über 500 Millionen US-Dollar in bar an die Gründer. Das Labor bleibt als eigenständige Einheit erhalten.
Datenarchitektur als Fundament
Parallel dazu übernimmt SAP Dremio. Das US-Unternehternehmen soll die SAP Business Data Cloud in eine Apache Iceberg Lakehouse-Architektur überführen — vereinfacht gesagt: eine offenere, leistungsfähigere Datenbasis, die SAP-Systeme besser mit Drittanwendungen verzahnt und KI-Agenten eine solide Grundlage gibt. Beide Transaktionen sollen im dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein.
Hinzu kommt eine Beteiligung an Avelios Medical, einem Münchener Anbieter KI-gestützter Klinik-Informationssysteme. SAP investiert dort gemeinsam mit Fresenius, mittelfristig ebenfalls im mittleren dreistelligen Millionenbereich.
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Neuer Aufsichtsratschef, Ex-Dividende
Auf der Hauptversammlung am Dienstag wählten die Aktionäre René Obermann mit über 99 Prozent in den Aufsichtsrat. Der frühere Telekom-Chef soll 2027 den Vorsitz von Pekka Ala-Pietilä übernehmen — eine Personalie, die als Signal für eine stärkere technologische Begleitung unter Vorstandschef Christian Klein gilt. Seinen Sitz im Verwaltungsrat von Airbus wird Obermann dafür zu gegebener Zeit aufgeben.
Ebenfalls beschlossen: eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025, rund 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Heute handelt die Aktie ex-Dividende. Der Kurs liegt aktuell bei 151,42 Euro — auf Jahressicht steht trotz der jüngsten Erholung ein Minus von rund 25 Prozent zu Buche.
Die Akquisitionen markieren den bislang deutlichsten Schritt von SAP, die Abhängigkeit von Anbietern wie OpenAI zu reduzieren und die Kontrolle über eigene Datenströme zurückzugewinnen. Ob die Investitionen die Marktbewertung mittelfristig stützen, wird sich spätestens mit den Zahlen zum dritten Quartal zeigen — dann sollen auch beide Deals offiziell unter Dach und Fach sein.
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