SAP: Obermann folgt Ala-Pietilä im Aufsichtsrat
SAP-Aktionäre stimmen über höhere Dividende und neuen Aufsichtsratschef ab. EU-Kartellverfahren und Reltio-Übernahme prägen die Agenda.

Kurz zusammengefasst
- Dividendenvorschlag von 2,50 Euro je Aktie
- René Obermann als künftiger Aufsichtsratsvorsitzender
- EU-Kartellverfahren mit möglicher Milliardenstrafe
- Reltio-Akquisition zur Stärkung der KI-Strategie
Am 5. Mai trifft SAP gleich mehrere wichtige Entscheidungen auf einmal. Die virtuelle Hauptversammlung bündelt Dividendenabstimmung, Aufsichtsratsneuwahl und strategische Weichenstellungen — alles unter dem Schatten eines laufenden EU-Kartellverfahrens.
Dividende und Rückkaufpause
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie vor. Das wäre ein Anstieg von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Aktionäre entscheiden am 5. Mai — bei Zustimmung erfolgt die Auszahlung drei Geschäftstage später, also am 8. Mai.
Rund um die HV pausiert das laufende Aktienrückkaufprogramm. Zwischen dem 27. April und dem 8. Mai finden keine Rückkäufe statt.
Obermann soll Ala-Pietilä ablösen
Ein weiterer zentraler Punkt: der Aufsichtsrat schlägt René Obermann als künftigen Vorsitzenden vor. Stimmen die Aktionäre seiner Wahl zu, beginnt ein Übergangsprozess. Den Vorsitz übernimmt Obermann offiziell, wenn Pekka Ala-Pietilä 2027 aus dem Gremium ausscheidet. Obermann ist derzeit Vorsitzender des Airbus-Verwaltungsrats und Chairman Europe bei Warburg Pincus.
Reltio-Übernahme und EU-Verfahren
Parallel läuft die angekündigte Akquisition von Reltio Inc. Der Spezialist für Master-Data-Management soll SAPs KI-Strategie stärken. Reltios Technologie führt Datensätze aus verschiedenen Quellen zu einem einheitlichen Datensatz zusammen. Der Abschluss wird im zweiten oder dritten Quartal 2026 erwartet — vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Finanzielle Details hat SAP nicht offengelegt.
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Im Hintergrund läuft das EU-Kartellverfahren weiter. Die Europäische Kommission prüft, ob SAP den Wettbewerb bei Wartungs- und Supportdiensten für On-Premise-ERP-Software eingeschränkt hat. Im schlimmsten Fall drohte eine Geldbuße von bis zu 3,4 Milliarden Euro. SAP hat der Kommission einen Lösungsvorschlag vorgelegt und erwartet keine wesentlichen Auswirkungen auf die Finanzergebnisse. Das Cloud-Geschäft ist vom Verfahren nicht betroffen.
Starkes Q1 als Rückenwind
Die HV findet nach einem soliden Quartalsbericht statt. Der Gesamtumsatz stieg auf 9,56 Milliarden Euro — ein Plus von 12 Prozent auf währungsbereinigter Basis. Das IFRS-Betriebsergebnis legte um 17 Prozent zu. Für 2026 hält SAP an seinen Zielen fest: Cloud-Erlöse zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro, ein freier Cashflow von rund 10 Milliarden Euro.
Direkt nach der HV folgt die SAP-Sapphire-Konferenz in Orlando. Dort will das Management die Strategie öffentlich kommentieren — und dürfte auch zur Reltio-Transaktion und zum Stand des EU-Verfahrens Stellung nehmen.
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