Sartorius Aktie: Gewinn verdoppelt, Kurs sinkt
Trotz verdoppeltem Nettogewinn und Umsatzplus fällt die Sartorius-Aktie. Verbrauchsmaterialien treiben die Erholung des Laborkonzerns.

Kurz zusammengefasst
- Nettogewinn im zweiten Quartal verdoppelt
- Umsatz steigt auf 911,8 Millionen Euro
- Verbrauchsmaterialien als Wachstumstreiber
- Stammaktie fällt, Vorzugsaktie stabiler
Sartorius legt Zahlen vor, die auf den ersten Blick begeistern sollten. Der Nettogewinn im zweiten Quartal hat sich mehr als verdoppelt. Trotzdem gibt die Aktie deutlich nach — ein Widerspruch, der einen genaueren Blick lohnt.
Der Life-Science-Konzern aus Göttingen steigerte den Konzerngewinn im zweiten Quartal auf 65,9 Millionen Euro, nach 32,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Je Aktie entspricht das 0,95 Euro nach 0,47 Euro. Das Vorsteuerergebnis kletterte auf 127,0 Millionen Euro, das EBIT stieg auf 164,0 Millionen Euro. Der Quartalsumsatz legte auf 911,8 Millionen Euro zu.
Verbrauchsmaterialien treiben die Erholung
Im ersten Halbjahr summierte sich der Umsatz auf 1,81 Milliarden Euro, ein Plus von 2,5 Prozent. Der im Juli 2025 übernommene Mikrogewebe-Spezialist Mattek steuerte davon 0,5 Prozentpunkte bei. Das bereinigte EBITDA wuchs um 3,9 Prozent auf 547,8 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich auf 30,3 Prozent.
Vorstandschef Michael Grosse verwies auf das wiederkehrende Geschäft mit Verbrauchsmaterialien als wichtigsten Wachstumstreiber. Das Anlagen- und Instrumentengeschäft, lange von Investitionszurückhaltung der Pharma- und Biotechbranche gebremst, kehrte demnach zu leichtem Wachstum zurück. Auch die Laborsparte gewann an Fahrt.
Zwei Aktiengattungen, zwei Reaktionen
An der Börse zeigte sich ein ungewöhnliches Bild. Die Stammaktie gab zeitweise 4,7 Prozent nach auf 171,00 Euro. Die deutlich liquidere Vorzugsaktie hielt sich merklich stabiler und verlor lediglich rund 0,6 Prozent auf 219,90 Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Sartorius die bisherige Prognose: ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 5 und 9 Prozent, darin enthalten rund ein Prozentpunkt aus Mattek sowie US-Zollzuschlägen. Die operative EBITDA-Marge soll durch Volumen- und Skaleneffekte auf etwas über 30 Prozent steigen.
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