Saudi Aramco Aktie: Hormuz-Poker treibt Ölpreis
Die Ölpreise steigen wegen der blockierten Straße von Hormus. Saudi Aramco profitiert vom Preisanstieg, bleibt aber Angriffsziel regionaler Milizen.

Kurz zusammengefasst
- Ölpreise steigen wegen Hormus-Blockade
- Iran fordert US-Zugeständnisse für Öffnung
- Huthi-Angriff auf Aramco-Raffinerie Jazan
- Aramco-Aktie legt moderat zu
Die Ölpreise ziehen zum Wochenstart wieder an — und mit ihnen rückt Saudi Aramco erneut ins Blickfeld. Der Grund: Die erhoffte schnelle Wiedereröffnung der Straße von Hormuz lässt weiter auf sich warten. Iran knüpft sie an Bedingungen, die Washington bislang nicht erfüllt hat.
Brent-Rohöl kletterte am Morgen auf über 84 Dollar pro Barrel, US-Leichtöl WTI auf knapp 79 Dollar. Beide Sorten hatten in der Vorwoche noch deutlich nachgegeben, nachdem Hoffnungen auf eine baldige Öffnung der Meerenge aufgekommen waren. Durch das Nadelöhr floss vor dem Krieg rund ein Fünftel der weltweiten Ölmengen.
Teheran macht Tempo — aber mit Vorbehalten
Irans Außenminister Abbas Araghchi sprach von einem Abkommen mit Oman über neue Schifffahrtsrouten durch die Straße, das sich in der „finalen Phase“ befinde. Eine vollständige Öffnung der Wasserstraße machte er allerdings von weiteren Zugeständnissen der USA abhängig: Entschädigung für Kriegsschäden, ein Ende der US-Marineblockade im Golf und die Aufhebung von Sanktionen zählen zu den Forderungen Teherans. Direkte Gespräche zwischen Iran und den USA finden derzeit nicht statt, Botschaften laufen über Vermittler.
Die Unsicherheit hält die Risikoprämie im Ölmarkt hoch. Genau diese Gemengelage aus Verhandlungsfortschritt und offenen Streitpunkten sorgt laut Marktbeobachtern dafür, dass sich Ölpreise weiterhin zwischen Erleichterung und neuer Eskalation bewegen.
Angriff auf Jazan als Erinnerung an die Risiken
Parallel zu den Verhandlungen meldeten die iranisch unterstützten Houthi-Rebellen einen Angriff auf Aramcos Jazan-Raffinerie am Roten Meer. Saudi-Arabiens Energieministerium bestätigte einen Brand an der Anlage, der jedoch ohne Verletzte gelöscht werden konnte. Die Attacke erfolgte nur zwei Tage nach der Unterzeichnung eines Verteidigungspakts zwischen dem Königreich, der Türkei und Pakistan.
Die Häufung solcher Vorfälle — auch die Emirate meldeten zuletzt mehrere angegriffene Tanker in der Straße von Hormuz — hält die geopolitische Risikoprämie für Öl hoch. Für Aramco bedeutet das eine Doppelrolle: Als weltgrößter Ölproduzent profitiert der Konzern tendenziell von steigenden Preisen, steht aber zugleich selbst im Zielkorridor regionaler Angriffe. Die Aramco-Aktie schloss zuletzt bei 26,60 Riyal, ein moderates Plus von 0,38 Prozent.
Ob sich die Lage an Hormuz in den kommenden Tagen entspannt, hängt maßgeblich davon ab, wie Washington auf Teherans Forderungskatalog reagiert. Bis dahin bleibt der Ölmarkt anfällig für neue Nachrichten aus der Golfregion.
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