Schneider Electric Aktie: Gute Zahlen, Kursminus
Der Umsatz erreichte im dritten Quartal einen Höchststand; höhere Jahresprognosen treffen auf Finanzierungsfragen zur PTC-Übernahme.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz erreicht 11,5 Milliarden Euro
- Rechenzentrenumsatz mehr als verdoppelt
- Schneider hebt Jahresziele erneut an
- PTC-Kauf soll mit Eigenkapital und Schulden finanziert werden
Rekordumsatz, zum zweiten Mal angehobene Jahresziele, und trotzdem rutscht die Aktie ins Minus. Bei Schneider Electric trifft ein starkes drittes Quartal auf die Sorgen rund um die Finanzierung der Rekordübernahme PTC.
Rechenzentren treiben das Wachstum
Der Konzern setzte im dritten Quartal 11,5 Milliarden Euro um, so viel wie noch nie in einem Quartal. Das organische Wachstum lag bei 17 Prozent. Analysten hatten mit knapp 14 Prozent gerechnet.
Den Schub lieferten vor allem Rechenzentren, deren Umsatz sich mehr als verdoppelte. Konzernchef Olivier Blum verwies auf die gute Sichtbarkeit bis 2027 und 2028, getragen von Aufträgen der Hyperscaler. Regional lief es in China und Ostasien mit 26 Prozent organischem Plus am stärksten, Nordamerika folgte mit 20 Prozent. Europa kam auf 9 Prozent.
Die Sparte Energiemanagement wuchs um 19 Prozent, die Industrieautomatisierung um 8 Prozent.
Ziele erneut angehoben
Für 2026 peilt Schneider nun ein organisches Umsatzplus von 12 bis 14 Prozent an, zuvor standen 10 bis 13 Prozent im Plan. Das bereinigte Ebita soll organisch um 18 bis 21 Prozent zulegen statt um 14 bis 19 Prozent.
Für das Schlussquartal mahnt das Management zur Vorsicht. Das Vorjahresquartal war eines der stärksten der Firmengeschichte, die Vergleichsbasis ist also hoch. Zudem könnte der Nahost-Konflikt Lieferketten belasten und die Inflation antreiben. Kostendruck sieht der Konzern bei Speicherchips, Halbleitern und Kupfer, will ihn aber über Preiserhöhungen auffangen.
Warum die Aktie nachgibt
Die Aktie startete in Paris zunächst im Plus und drehte dann. Zuletzt notierte sie rund 1,4 Prozent tiefer bei etwa 254,50 Euro. Die Marktbewegung wirkt unternehmensspezifisch, denn Europas Börsen liegen insgesamt leicht im Plus.
JPMorgan-Analyst Phil Buller sieht die erhöhten Ziele im Rahmen dessen, was der Markt ohnehin erwartet hatte. Hinzu kommt der Überhang der PTC-Übernahme für 22,6 Milliarden Dollar, die am 5. Oktober angekündigt wurde. Es ist der größte Zukauf der Konzerngeschichte.
Zur Finanzierung sind bis zu 6 Milliarden Euro frisches Eigenkapital und bis zu 17 Milliarden Euro Schulden vorgesehen, Aktienrückkäufe sollen ausgesetzt werden. Eine Kapitalerhöhung könnte die Aktie weiter belasten.
Das Analystenlager ist gespalten. JPMorgan stufte nach der Übernahmeankündigung von „Buy“ auf „Neutral“ ab und senkte das Kursziel von 345 auf 310 Euro. Bernstein bleibt bei „Buy“ mit 350 Euro Kursziel.
Parallel dazu übernimmt Schneider für 1,2 Milliarden Euro die bulgarische Shelly Group, einen Hersteller vernetzter Geräte für die Heimautomatisierung. Vom Jahreshoch bei 312,30 Euro ist die Aktie weit entfernt. Der Markt verlangt offenbar Klarheit über Integration und Schuldenabbau, bevor er die operative Stärke honoriert.
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