Schwacher US-Jobbericht bremst Erwartungen an Fed-Zinserhöhung
Nur 29.000 neue Stellen im September und langsamere Lohnzuwächse mindern den Druck auf die US-Notenbank.
Kurz zusammengefasst
- September bringt 29.000 neue Stellen
- Vorherige Jobzahlen um 60.000 korrigiert
- Arbeitslosenquote steigt auf 4,2 Prozent
- Zehnjährige US-Rendite fällt zeitweise
Ein unerwartet schwacher US-Arbeitsmarktbericht hat die Spekulationen über eine baldige Zinserhöhung der Federal Reserve gedämpft. Im September entstanden in den USA lediglich 29.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft – die Schätzungen im Vorfeld lagen zwischen 89.000 und 90.000 Stellen. An den Finanzmärkten sorgte diese Abkühlung für Erleichterung, da sie den Handlungsdruck auf die US-Notenbank verringert.
Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinsanhebung bei der anstehenden Sitzung im Oktober fiel an den Terminmärkten auf rund 22 Prozent zurück. Zeitweise preisten Händler sogar nur noch eine Quote von 12 Prozent ein. Etwa 78 Prozent der Marktteilnehmer gehen nun davon aus, dass die Notenbank die Zinsen zunächst unverändert belässt.
Hintergrund dieser Reaktion ist das Wechselspiel zwischen Arbeitsmarkt und Geldpolitik. Die Notenbank hatte die Leitzinsen im vergangenen Monat zum ersten Mal seit drei Jahren angehoben, um die Inflation einzudämmen. Eine spürbare Verlangsamung des Beschäftigungswachstums verringert das Risiko einer wirtschaftlichen Überhitzung.
Gedämpfter Lohndruck und steigende Arbeitslosenquote
Zusätzlich zu dem verhaltenen Stellenaufbau im September wurden die Angaben für Juli und August nachträglich um 60.000 Arbeitsplätze nach unten korrigiert. Die Arbeitslosenquote kletterte parallel dazu von 4,1 Prozent im Vormonat auf 4,2 Prozent.
Indes signalisieren auch die Einkommensdaten eine Entspannung an der Preisfront. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Monatsvergleich um lediglich 0,1 Prozent, während die Zuwachsrate im Jahresvergleich bei 3,0 Prozent lag. Dieser verlangsamte Lohnanstieg verringert das Risiko von Zweitrundeneffekten auf die Teuerung.
Entlastung bei den US-Anleiherenditen
An den Anleihemärkten führte die Veröffentlichung zu einer Gegenbewegung nach den jüngsten Zinsanstiegen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank zeitweise auf 5,176 Prozent. Am Vortag hatte sie mit 5,34 Prozent noch den höchsten Stand seit 24 Jahren erreicht.
Die Aktienmärkte reagierten mit Kursgewinnen auf die Aussicht einer Zinspause. Sowohl die Indizes an der Wall Street als auch die Notierung von Gold legten im Handelsverlauf zu. Neue Einblicke in die Überlegungen der Währungshüter verspricht das Protokoll der vergangenen Notenbanksitzung, das am kommenden Mittwoch veröffentlicht wird.