Scottish Mortgage: Abstimmung am 2. Juli
Aktionäre stimmen am 2. Juli über höhere Grenzen für private Investments ab. Der Trust kauft eigene Aktien zurück und erhöht die Dividende.

Kurz zusammengefasst
- Abstimmung über Private-Equity-Quote
- Management kauft Millionen eigene Aktien
- SpaceX dominiert Fondsportfolio
- 43. Jahr in Folge mit Dividendensteigerung
Scottish Mortgage steht vor einer Richtungsentscheidung. Am 2. Juli stimmen die Aktionäre in Edinburgh über das Risikoprofil des Fonds ab. Das Management fordert weitreichende Freiheiten für private Investments.
Vor dem Treffen stützt der Trust seinen Kurs. Das Management kaufte Mitte Juni in zwei Tranchen über drei Millionen eigene Aktien zurück. Die Papiere wandern in den eigenen Bestand.
Die Aktie notiert aktuell bei 17,09 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 23 Prozent auf der Anzeigetafel. Dennoch greift das Management ein. Der Grund: Der Börsenwert liegt deutlich unter dem inneren Wert des Portfolios.
Künftig gelten für Aktienrückkäufe strengere Regeln. Der Fonds will eigene Papiere nur noch erwerben, wenn der Kurs unter den Nettoinventarwert fällt. Auf der Hauptversammlung soll dafür ein neuer Rahmen verabschiedet werden. Das Ziel: Der Vorstand will bis zu 15 Prozent der ausstehenden Aktien zurückkaufen dürfen.
Streitpunkt Private Assets
Das eigentliche Streitthema ist das Portfolio. Der Trust hat seine selbst auferlegte Grenze für nicht börsennotierte Beteiligungen längst gerissen. Erlaubt sind 30 Prozent. Tatsächlich machen private Anlagen mittlerweile gut 41 Prozent aus.
Allein das Raumfahrtunternehmen SpaceX steht für 21 Prozent des gesamten Fondsvermögens. Um diesen Kurs zu legalisieren, bittet der Vorstand um mehr Spielraum. Die Obergrenze für private Investments soll um 250 Millionen Pfund steigen.
Die Strategie liefert durchaus Ergebnisse. Der Nettoinventarwert legte in den vergangenen zwölf Monaten um gut 27 Prozent zu. Damit schlug der Fonds seinen Vergleichsindex deutlich. Auch institutionelle Investoren greifen zu. Mitsubishi UFJ Asset Management sicherte sich kürzlich ein Aktienpaket von rund drei Prozent.
Dividende als Trostpflaster
Kurz nach dem Aktionärstreffen fließt Geld an die Anleger. Am 10. Juli zahlt Scottish Mortgage die Schlussdividende. Die Gesamtjahresdividende steigt damit leicht auf 4,57 Pence. Der Trust erhöht seine Ausschüttung im 43. Jahr in Folge.
Ein Makel bleibt. Die Gewinne decken die Zahlungen nicht vollständig ab. Die Gesamtausschüttung von knapp 50 Millionen Pfund übersteigt den Nettogewinn von gut 25 Millionen Pfund deutlich.
Am 2. Juli müssen die Aktionäre Farbe bekennen. Stimmen sie der höheren Quote für private Investments zu, zementiert der Trust seine riskante Wachstumsstrategie. Lehnt die Mehrheit ab, muss das Management das Portfolio zwingend umbauen.
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