Scout24 Aktie: Spanische Zukäufe schieben den Umsatz an
Der Konzern erwartet nun rund 18 Prozent Umsatzwachstum; die EBITDA-Margenprognose bleibt trotz eines Rückgangs im dritten Quartal bestehen.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz im dritten Quartal knapp 20 Prozent höher
- Geschäftskundenumsatz wächst um 23,3 Prozent
- EBITDA-Marge sinkt auf 60,9 Prozent
- Bereinigtes Ergebnis je Aktie steigt um 21,5 Prozent
Scout24 hebt die Untergrenze seiner Umsatzprognose an und peilt für 2026 nun ein Wachstum von rund 18 Prozent an. Bislang lag die Spanne bei 16 bis 18 Prozent. Beim Gewinn fällt das Bild gemischter aus: Die Marge gab im dritten Quartal nach, die Prognose dafür bleibt unangetastet.
Zukäufe und Geschäftskunden tragen das Wachstum
Der Umsatz legte im dritten Quartal um knapp 20 Prozent auf 198 Millionen Euro zu. Seit März fließen die spanischen Plattformen Fotocasa und Habitaclia in die Zahlen ein. Organisch wuchs der Konzern um 10,1 Prozent.
Treiber war das Geschäftskundensegment, dessen Erlöse um 23,3 Prozent stiegen. Das Privatkundengeschäft wuchs um 10,5 Prozent und erreichte damit die höchste Rate des laufenden Jahres. Etwa 40 Prozent der Mitgliedschaften entfallen inzwischen auf die höherwertigen Pro- und Unlimited-Modelle.
Gebremst wird das Geschäft mit Entwicklern: Verhaltene Projektaktivität und geringere Nachfrage von Neubau-Anbietern drückten das Wachstum des Umsatzes pro Kunde im Professional-Segment auf 7,4 Prozent.
Marge unter Vorjahr, Ausblick bestätigt
Das operative Ergebnis (EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit) stieg um 16 Prozent auf knapp 121 Millionen Euro. Die Marge sank jedoch um zwei Prozentpunkte auf 60,9 Prozent und verfehlte damit knapp die Erwartung der Analysten von 61,2 Prozent.
Der Grund liegt im Spanien-Geschäft, das niedrigere Margen mitbringt. Ohne diesen Effekt verbesserte sich die Marge um 0,4 Punkte auf 63,3 Prozent. Höhere Marketingausgaben und Wertberichtigungen auf Forderungen dämpften den Anstieg.
Unter dem Strich fiel der Gewinn um 30 Prozent auf 71,1 Millionen Euro. Hier wirkt ein steuerlicher Einmaleffekt aus dem Vorjahresquartal nach. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte dagegen um 21,5 Prozent auf 1,09 Euro, auch dank der Aktienrückkäufe.
Diese zogen im Quartal kräftig an. Scout24 investierte 165 Millionen Euro, mehr als das Dreifache des zweiten Quartals. Drei Millionen eigene Aktien wurden eingezogen, zudem übernahm der Konzern die restlichen 25 Prozent an Sprengnetter.
Was der Vorstand für das Schlussquartal plant
Für 2026 erwartet der Vorstand weiter eine EBITDA-Marge von bis zu 61 Prozent, organisch bis zu 64 Prozent. Im vierten Quartal soll die organische Marge deutlich stärker zulegen als zuletzt. Mittelfristig steuert das Management bis 2028 rund 64 Prozent an.
Strategisch setzt Scout24 auf KI-Anwendungen, etwa den Assistenten Proppi für Makler und einen Bewerbungsassistenten für Mietsuchende. Mehr als 10.000 gewerbliche Kunden nutzten im September die nutzungsabhängigen ImmoPunkte. Heute um 15:00 Uhr erläutert das Management die Zahlen im Webcast, die Jahreszahlen folgen am 25. Februar 2027.
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