Semperit Aktie: Gewinnzone mit 28,6 Millionen Euro

Semperit verdoppelt EBITDA und kehrt in die Gewinnzone zurück. Der Konzern hebt die Jahresprognose an, warnt aber vor Belastungen im zweiten Halbjahr.

Dr. Robert Sasse ·
Moderne industrielle Fertigungsanlage mit Fokus auf technologische Effizienz und industrielles Wachstum. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzplus von 11,1 Prozent
  • EBITDA mehr als verdoppelt
  • Jahresprognose auf 100 Mio. Euro angehoben
  • Verschuldung deutlich reduziert

Der österreichische Industriekonzern Semperit hat gestern seine Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt und dabei eine deutliche Rückkehr in die Gewinnzone vermeldet. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres stieg der Umsatz laut einer EQS-Mitteilung um 11,1 Prozent auf 355,9 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) konnte mit 66,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt werden.

Nach einem Verlust von 11,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres erwirtschaftete das Unternehmen nun ein Ergebnis nach Steuern von 28,6 Millionen Euro. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch in der Profitabilität wider: Die EBITDA-Marge kletterte auf 18,7 Prozent, nachdem sie im Vorjahr noch bei 9,6 Prozent gelegen hatte.

Angesichts der starken Performance in den ersten zwei Quartalen hob das Management die Prognose für das operative EBITDA im Gesamtjahr 2026 von zuvor 95 Millionen Euro auf nun 100 Millionen Euro an.

Segmente und finanzielle Stabilität

Wachstumstreiber waren beide Kernbereiche des Konzerns. Das Segment Semperit Industrial Applications (SIA) steigerte den Umsatz um 12,0 Prozent auf 149,7 Millionen Euro.

Besonders deutlich fiel hier der Sprung beim operativen Ergebnis aus, das um 72,7 Prozent auf 41,9 Millionen Euro zulegte. Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 28,0 Prozent in diesem Bereich. Das Segment Semperit Engineered Applications (SEA) trug mit einem Umsatzplus von 10,4 Prozent auf 206,2 Millionen Euro zum Gesamtergebnis bei.

Parallel zur operativen Erholung verbesserte sich die finanzielle Aufstellung des Unternehmens. Die Eigenkapitalquote stieg zum Ende des ersten Halbjahres auf 49,5 Prozent an.

Zudem gelang es Semperit, die Verschuldung zu reduzieren: Die Leverage-Ratio sank von 1,2 zum Jahresende 2025 auf aktuell 0,7. Der Free Cashflow verbesserte sich im selben Zeitraum deutlich auf 30,4 Millionen Euro, nach 13,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres. Die Liquiditätsreserven beliefen sich zum Stichtag auf 106,5 Millionen Euro.

Ausblick auf ein herausforderndes zweites Halbjahr

Trotz der angehobenen Jahresprognose warnt das Management vor einer anspruchsvolleren zweiten Jahreshälfte. Medienberichten zufolge könnten steigende Rohstoffkosten das dritte Quartal belasten, was insbesondere auf die Eskalation der Lage im Nahen Osten zurückzuführen sei. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und eine gedämpfte Nachfrage in den zyklischen Marktsegmenten des Konzerns.

An der Börse notiert die Aktie heute bei 15,65 Euro. Damit weist das Papier seit Jahresbeginn eine positive Wertentwicklung von 26 Prozent auf. Der aktuelle Kurs liegt zudem nur noch knapp 0,9 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 15,80 Euro.

Die Aktionärsstruktur hat sich bereits im Vorfeld der Zahlenvorlage gefestigt. Die B&C Holding Österreich GmbH erhöhte ihren Anteil an Semperit im Juni auf 63,4 Prozent, nachdem ein öffentliches Übernahmeangebot zum Preis von 15,00 Euro je Aktie abgelaufen war.

In diesem Zusammenhang veräußerte auch das Aufsichtsratsmitglied Stefan Fida am 10. Juni ein Paket von 5.800 Aktien. Das Unternehmen geht nun mit einer stabilisierten Eigentümerstruktur und einer gestärkten Bilanz in die kommenden Monate.

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Semperit Aktie

18,00 EUR

KGV 9,23
KUV 0,40
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 378,57 Mio. EUR
Ø Kursziel 20,76 EUR
ISIN: AT0000785555 WKN: 870378

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