ServiceNow Aktie: 236 Dollar Bernstein gegen 85 Dollar KeyBanc

Analysten bleiben trotz deutlicher Kursverluste optimistisch. Neue KI-Produkte und Partnerschaften stärken die langfristige Story des Unternehmens.

Dieter Jaworski ·
ServiceNow Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktie erholt sich leicht nach Analystenkommentaren
  • KI-Plattform AI Control Tower vorgestellt
  • Partnerschaften mit Microsoft und NVIDIA
  • Aboerlöse steigen um 22 Prozent

ServiceNow sendet ein ungewöhnliches Signal: Die Aktie bleibt schwer angeschlagen, während große Teile der Wall Street weiter klar optimistisch sind. Der Auslöser liegt nicht nur in neuen Kurszielen. Es geht um die Frage, ob ServiceNow aus dem KI-Boom mehr macht als eine starke Produktstory.

Analysten stützen die Aktie

Am Dienstag legten die Papiere zu, nachdem mehrere Häuser ihre positiven Einschätzungen erneuert hatten. Der Handel blieb dabei vergleichsweise ruhig: Die Aktie bewegte sich zwischen 89,36 und 93,83 Dollar, zuletzt lag sie bei 89,98 Dollar.

Das Volumen erreichte rund 9,22 Millionen Aktien. Damit blieb es deutlich unter dem üblichen Tagesdurchschnitt von 22,65 Millionen. Der Kursanstieg wirkt deshalb eher wie Stabilisierung als wie ein breiter Stimmungsumschwung.

Die Analystenseite bleibt dennoch auffällig freundlich. Unter 49 erfassten Einschätzungen lauten 90 Prozent auf „Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 140 Dollar. Diese Differenz zum aktuellen Kurs hält die Debatte am Leben.

KI-Offensive trifft auf Bewertungszweifel

Der Optimismus hängt eng mit der Produktagenda zusammen. Auf der Veranstaltung Knowledge 2026 stellte ServiceNow neue KI-Angebote wie ServiceNow Otto und Project Arc vor. Im Zentrum steht vor allem die AI Control Tower-Plattform, die Unternehmen bei Steuerung und Kontrolle von KI-Agenten helfen soll.

Das ist mehr als ein Zusatzmodul. ServiceNow will sich als Governance-Schicht für Unternehmens-KI positionieren, unabhängig davon, wo Agenten entwickelt, betrieben oder eingesetzt werden. Dafür wurde die Plattform um 30 Integrationen erweitert, unter anderem in große Cloud- und Unternehmenssoftware-Umgebungen.

Auch die Partnerschaften spielen in diese Erzählung hinein. Mit Microsoft soll die Steuerung von KI-Agenten über Systeme, Teams und Werkzeuge hinweg ausgebaut werden. Mit NVIDIA reicht der Ansatz bis in Rechenzentrumsumgebungen, Project Arc soll dabei als autonomer Desktop-Agent für Unternehmen dienen.

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Der Markt kauft diese Story aber nur teilweise. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 40 Prozent im Minus und hat über zwölf Monate mehr als 55 Prozent verloren. In diesem Spannungsfeld wirkt jeder positive Analystenkommentar wie eine Stütze, aber nicht wie ein Freifahrtschein.

Kursziele gehen weit auseinander

Besonders auffällig ist die Spanne der Einschätzungen. Bernstein-Analyst Peter Weed führt das obere Ende mit einem Kursziel von 236 Dollar an, nach zuvor 226 Dollar. Er bleibt bei einer positiven Einstufung und verweist auf die langfristige Umsatz- und Profitabilitätsstory.

Am anderen Ende steht KeyBanc. Das Haus blieb im Mai bei „Underweight“ und setzte das Kursziel auf 85 Dollar. Als Belastungsfaktoren gelten Verzögerungen bei Geschäften im Nahen Osten und stärkerer Wettbewerb im SaaS-Markt.

Fundamental liefert ServiceNow immerhin Argumente für die optimistische Seite. Im ersten Quartal stiegen die Aboerlöse um etwa 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Langfristig peilt das Unternehmen bis 2030 Aboerlöse von 30 Milliarden Dollar an.

Ein weiterer Baustein ist die Ausbildung rund um die Plattform. ServiceNow University kommt inzwischen auf fast 2 Millionen Lernende, ein Plus von 80 Prozent seit dem Start bei Knowledge 2025. Das stützt die These, dass ServiceNow nicht nur Software verkauft, sondern ein breiteres Ökosystem rund um KI-Workflows aufbauen will.

Kurzfristig bleibt die Aktie zwischen zwei Kräften eingeklemmt: starken KI-Ambitionen und sichtbarem Vertrauensverlust im Kurs. Solange die Abo-Dynamik hält und die neuen KI-Produkte in messbare Nachfrage umschlagen, behalten die hohen Kursziele ihre Grundlage. Neue Verzögerungen oder schwächere Auftragssignale würden dagegen vor allem die skeptische KeyBanc-Linie stärken.

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ServiceNow Aktie

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