ServiceNow Aktie: 3,2 Prozent nach Goldman-Entscheid
ServiceNow überzeugt mit 24 Prozent Umsatzplus und KI-Milliarde, doch Branchenschwäche und Goldman-Entscheidung drücken den Kurs.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzplus von 24 Prozent
- KI-Vertragswert übersteigt Milliarde
- Goldman streicht Titel von Liste
- Software-Sektor unter Verkaufsdruck
ServiceNow hat im zweiten Quartal 2026 erneut zweistellig zugelegt – trotzdem gerät die Aktie unter Druck. Auslöser ist weniger das eigene Zahlenwerk als eine branchenweite Verkaufswelle bei Software-Werten, verstärkt durch eine Entscheidung von Goldman Sachs. Im deutschen Handel notiert das Papier heute vorbörslich bei 98,58 Euro und verliert damit 2,64 Prozent, nachdem es am Mittwoch noch bei 101,25 Euro geschlossen hatte.
Umsatz wächst um ein Viertel, KI-Geschäft übersteigt Milliardenmarke
Der Anbieter von Workflow-Software für Unternehmen setzte im zweiten Quartal 3,99 Milliarden Dollar um, ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,90 Dollar und übertraf die Erwartungen um 0,04 Dollar. Besonders das Abonnementgeschäft trieb das Wachstum: Es kletterte um 24,5 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar. Das KI-Portfolio des Unternehmens hat nach eigenen Angaben inzwischen einen jährlichen Vertragswert von über einer Milliarde Dollar erreicht – ein Meilenstein, den auch mehrere Analysten als zentrales Argument für die Aktie anführen.
Ein Kommentator von Seeking Alpha bewertet ServiceNow nach dem Quartalsbericht weiterhin mit „Strong Buy“ und verweist auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Non-GAAP-Basis von 28,51 sowie eine Free-Cashflow-Rendite von 4,4 Prozent. Der Analystenkonsens insgesamt fällt moderater aus: Die Einstufung lautet „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 143,39 Dollar. Als Risiken für die weitere Entwicklung nennen Beobachter mögliche Enttäuschungen bei der Marge, die Guidance für die laufenden Vertragsverpflichtungen sowie den wachsenden Wettbewerbsdruck durch Microsoft Copilot Studio und Salesforce Agentforce im Markt für KI-Agenten.
Goldman streicht ServiceNow von der Favoritenliste
Trotz der guten Zahlen geriet die Aktie am Mittwoch unter Verkaufsdruck. An der New Yorker Börse fiel das Papier um 3,2 Prozent – ausgelöst durch eine Gewinnwarnung des Design-Softwareanbieters Figma, der vor stark steigenden KI-Kosten warnte. Die Nachricht zog die gesamte Softwarebranche nach unten: Adobe verlor 1,8 Prozent, Salesforce 4,7 Prozent, Intuit 2,7 Prozent. Zusätzlich belastend wirkte, dass Goldman Sachs ServiceNow von seiner sogenannten Conviction List entfernte – jener Auswahl an Titeln, die die Bank ihren Kunden als besonders überzeugende Anlageideen empfiehlt. Ein solcher Schritt wird am Markt häufig als Signal für nachlassende relative Attraktivität gegenüber Konkurrenztiteln gewertet, auch wenn er keine automatische Herabstufung der Gesamtempfehlung bedeutet.
Auch auf Investorenseite zeigen sich gemischte Signale. Die Eastern Bank reduzierte ihre ServiceNow-Position im zweiten Quartal um 49,9 Prozent und hält nun noch Anteile im Wert von rund 1,09 Millionen Dollar. Deutlich weiter ging Bridgewater bereits im ersten Quartal 2026: Der Hedgefonds trennte sich vollständig von seinen ServiceNow-Anteilen, während er gleichzeitig Positionen in Chipwerten wie Nvidia, Broadcom und Taiwan Semiconductor aufstockte. In jenem ersten Quartal hatte die ServiceNow-Aktie um 31 Prozent nachgegeben – ein Einbruch, der die aktuelle Volatilität des Titels unterstreicht.
Anleger zwischen Wachstumsstory und Nervosität
Die jüngste Kursbewegung zeigt, wie sensibel der Markt derzeit auf jedes Signal rund um die Kostenseite von KI-Investitionen reagiert – selbst wenn ein einzelnes Unternehmen wie ServiceNow operativ liefert. Die 30-Tage-Volatilität des Titels liegt bei knapp 58 Prozent, ein Hinweis auf die Nervosität im Softwaresektor insgesamt. Der Relative-Stärke-Index von 55,9 signalisiert dabei aktuell keine extreme Über- oder Unterbewertung. Auf Sicht von sieben Tagen steht die Aktie noch mit 3,29 Prozent im Plus, über 30 Tage mit 1,78 Prozent – die jüngste vorbörsliche Schwäche relativiert sich damit etwas, bleibt aber ein Warnsignal dafür, dass gute Quartalszahlen allein nicht mehr automatisch für steigende Kurse sorgen, solange die Sorge um KI-bedingte Kostensteigerungen die gesamte Branche begleitet.
ServiceNow-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ServiceNow-Analyse vom 6. August liefert die Antwort:
Die neusten ServiceNow-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ServiceNow-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
ServiceNow: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...