ServiceNow Aktie: 750 Millionen Dollar mit Now Assist
Trotz starker Fundamentaldaten und KI-Wachstum fällt der ServiceNow-Kurs. Analysten sehen Potenzial, der Markt zögert noch.

Kurz zusammengefasst
- Mehrheit der Analysten rät zum Kauf
- Abonnementumsatz 2025 bei 13 Milliarden Dollar
- KI-Produkt Now Assist mit 750 Mio. Dollar Vertragswert
- Übernahme von Armis abgeschlossen
Starke Fundamentaldaten, bullische Analysten — und trotzdem ein Kurs, der nachgibt. Bei ServiceNow klaffen Überzeugung und Marktreaktion derzeit weit auseinander.
Von 54 Wall-Street-Analysten stufen 43 die Aktie als Kauf ein. Das Kursziel liegt im Median bei 140 Dollar. Aktuell notiert das Papier bei 84,28 Euro — rund 5,6 Prozent unter dem Stand vor einem Monat. Der RSI von 44,3 signalisiert weder Überverkauf noch Überhitzung. Technisch neutral, fundamental stark.
Solide Zahlen als Fundament
Das Geschäftsmodell liefert. ServiceNow erzielte 2025 knapp 13 Milliarden Dollar Abonnementumsatz. Die Erneuerungsrate liegt seit mehr als 20 Quartalen bei durchschnittlich 98 Prozent. Die Bruttomarge beträgt rund 76,6 Prozent.
CEO Bill McDermott hat das Ziel ausgegeben: mehr als 30 Milliarden Dollar Abonnementumsatz bis 2030. Das entspricht einer Verdoppelung des aktuellen Niveaus.
KI als Wachstumsmotor
Das KI-Produktportfolio unter dem Namen Now Assist erzielte im ersten Quartal 2026 einen jährlichen Vertragswert von 750 Millionen Dollar. Das Unternehmen hob sein Jahresziel daraufhin auf 1,5 Milliarden Dollar an.
Auf Partnerschaftsseite tut sich einiges. Am 22. Juni 2026 kündigte ServiceNow eine Zusammenarbeit mit Inspira Enterprise an. Inspira setzt den AI Control Tower als zentrales Steuerungssystem ein und meldet eine 40-prozentige Steigerung der KI-Nutzung sowie 35 Prozent mehr Produktivität. Weitere Kooperationen mit Hackett und Hewlett Packard Enterprise erweitern die Reichweite in Workflow-Optimierung und Hybrid-Cloud.
Akquisitionen erweitern das Spielfeld
ServiceNow hat die Übernahme von Armis abgeschlossen — einem Anbieter für Cyber-Exposure-Management. Das Unternehmen erwartet, damit sein adressierbares Marktpotenzial im Sicherheitsbereich mehr als zu verdreifachen. Bereits im März 2026 hatte ServiceNow die Akquisition von Veza abgeschlossen.
Wo das Risiko liegt
Das Bärenargument ist klar: Wenn KI Workflow-Software schneller verdrängt als ServiceNow sich anpassen kann, gerät das Wachstumsmodell unter Druck. Hinzu kommen mögliche Integrationsprobleme bei den jüngsten Übernahmen und ein Wettbewerb, der nicht schläft.
Das Bullenargument dreht den Spieß um: Genau weil Unternehmen KI sicher in ihre Prozesse einbetten müssen, brauchen sie eine Plattform wie ServiceNow. Der hohe Anteil wiederkehrender Umsätze stützt diese These.
Entscheidend wird sein, wie schnell sich die 1,5 Milliarden Dollar KI-Vertragswert in tatsächlich gebuchten Umsätzen niederschlagen. Solange dieser Nachweis aussteht, bleibt die Lücke zwischen Analystenüberzeugung und Kursniveau bestehen.
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