ServiceNow Aktie: Cardano baut 90,8 Prozent ab

ServiceNow verliert fast vier Prozent nach Accenture-Gewinnwarnung. Trotz starkem Umsatzwachstum belasten Budgetzurückhaltung und institutionelle Verkäufe.

Eduard Altmann ·

Kurz zusammengefasst

  • Kursrückgang nach Accenture-Warnung
  • Großkunden zögern bei KI-Investitionen
  • Cardano baut Position massiv ab
  • Umsatzwachstum von über 22 Prozent

Der Rückenwind für Enterprise-Software dreht. ServiceNow verliert an einem einzigen Handelstag fast vier Prozent — und das ist kein Ausreißer, sondern Teil eines breiteren Musters.

Accenture zieht den Auslöser

Den unmittelbaren Impuls lieferte eine Gewinnwarnung von Accenture. Das Beratungsunternehmen sprach von einer „KI-Nachfragekompression“ im Unternehmensumfeld. Konkret: Großkunden frieren Softwarebudgets ein oder verschieben Entscheidungen, weil sie erst handfeste Belege für den Return on Investment sehen wollen, bevor sie größere KI-Verpflichtungen eingehen.

Das trifft ServiceNow direkt. Das Unternehmen operiert auf der Anwendungsebene — genau dort, wo Käufer aktuell am kritischsten hinterfragen. Salesforce und Adobe verzeichnen ähnliche Kursverluste. Der Markt bewertet das Risikoprofil von SaaS-Anbietern gerade neu.

Institutionelle Investoren sortieren um

Parallel dazu zeigen Pflichtmitteilungen eine auffällige Bewegung. Cardano Risk Management B.V. hat im ersten Quartal rund 4,46 Millionen ServiceNow-Aktien verkauft — das entspricht einem Abbau von 90,8 Prozent der vorherigen Position. Übrig blieben knapp 454.000 Aktien im Wert von etwa 47 Millionen Dollar.

Auf der anderen Seite nutzt OP Asset Management die Schwäche zum Einstieg. Die Gesellschaft erwarb im selben Zeitraum rund 269.000 Aktien für etwa 28 Millionen Dollar. Hinzu kommen Insiderverkäufe: Unternehmensführer trennten sich in den vergangenen 90 Tagen von mehr als 28.000 Aktien.

Operative Stärke gegen Stimmungsdruck

Die Fundamentaldaten erzählen eine andere Geschichte. Im ersten Quartal wuchs der Umsatz um 22,1 Prozent auf 3,77 Milliarden Dollar. Die Erneuerungsrate bei Verträgen liegt bei 97 Prozent — ein Wert, der kaum auf Kundenflucht hindeutet.

ServiceNow reagiert mit konkreten Partnerschaften. HCLTech, Google Cloud und ServiceNow haben eine erweiterte Zusammenarbeit angekündigt. Ziel ist der Einsatz spezialisierter KI-Agenten auf der Gemini-Enterprise-Plattform — etwa ein „Factory Shop Floor Assistant“ für die Fertigung. Das passt zur strategischen Richtung, die der Konzern mit der rund 2,85 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Moveworks Ende 2025 eingeschlagen hat.

Aktuell notiert die Aktie bei 79,64 Euro, nach einem Minus von 3,82 Prozent am heutigen Handelstag. Der RSI liegt bei 39,5 — noch kein klassisches Überverkauft-Signal, aber nah dran. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 78 Prozent zeigt, wie nervös der Markt bleibt.

Entscheidend wird sein, ob ServiceNow mit den neuen KI-Agenten-Produkten die Skepsis der Unternehmenskunden konkret entkräften kann. Die nächsten Quartalszahlen dürften zeigen, ob die starke Erneuerungsrate unter dem Budgetdruck der Kunden hält.

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