ServiceNow Aktie: Erst 2028 zahlt sich KI aus
Needham bestätigt die Kaufempfehlung für ServiceNow, erwartet erkennbare KI-Umsätze jedoch erst 2028; Margen verbessern sich bereits durch interne Nutzung.
Kurz zusammengefasst
- Needham bestätigt ServiceNow mit Buy
- KI-Umsätze werden ab 2028 sichtbar
- Vier Bundesaufträge über zehn Millionen Dollar
- Interner KI-Einsatz verbessert bereits Margen
ServiceNow gilt als eine der am besten positionierten Softwarefirmen im KI-Zeitalter — und trotzdem muss der Konzern noch warten, bis sich das auch in den Zahlen zeigt. Investmentbank Needham stuft die Aktie zwar mit „Buy“ ein, sieht spürbare KI-Umsatzeffekte aber erst im Kalenderjahr 2028. Der Grund liegt schlicht in der Größe des Geschäfts.
Tollbooth-Modell mit Zeitverzug
Needham-Analyst Mike Cikos beschreibt ServiceNow als „Plattform der Plattformen“ — eine Art Mautstelle, die quer über mehrere Systeme hinweg Gebühren einsammelt. Genau diese Größe wird laut Cikos zum Bremsklotz: Damit KI-Erlöse im Konzernumsatz überhaupt sichtbar werden, braucht es Volumen, das erst mit der Zeit aufgebaut wird. Immerhin expandieren die Margen bereits jetzt, weil das Management KI intern zur Effizienzsteigerung einsetzt.
Auf operativer Ebene liefert ServiceNow unterdessen weiter solide Nachrichten. Im dritten Quartal 2026 sicherte sich der Konzern vier Bundesaufträge mit einem Gesamtvolumen von mehr als 10 Millionen Dollar. Bernstein-Analysten verweisen zudem auf die langfristige Guidance des Managements, wonach KI bis 2030 einen erheblichen Beitrag zum jährlichen Auftragsvolumen leisten soll.
Zavery wirbt für Agenten-Ökosystem
Konzernpräsident Amit Zavery trat kürzlich bei einem NYSE-Format auf und positionierte ServiceNows KI-Werkzeuge — AI Control Tower, Context Engine und Shift Zero — als Antwort auf die drängendsten Kundenfragen im aktuellen Technologieumbruch. Sein Argument: KI-Agenten entwickeln sich gerade von reinen Antwortsystemen zu Werkzeugen, die eigenständig handeln. ServiceNow will Unternehmen durch genau diesen Übergang begleiten.
Im breiteren Needham-Ranking von Infrastruktur-Softwarefirmen, die vom nächsten Schub der KI-Nachfrage profitieren dürften, landet ServiceNow auf Rang vier — hinter Dynatrace, Elastic, MongoDB und GitLab, aber vor Nutanix.
Der Unterschied zu den kleineren Wettbewerbern: Bei GitLab oder MongoDB könnten sich KI-Effekte bereits in den kommenden Quartalen in der Wachstumsrate zeigen. Bei ServiceNow braucht es dafür mehr Zeit, weil das bestehende Geschäft schon jetzt in die Milliarden geht.
Für Anleger bedeutet das: Die Story bleibt intakt, das Tempo aber ist ein anderes als bei kleineren KI-Profiteuren. Wer auf schnelle Umsatzsprünge aus dem KI-Geschäft wartet, dürfte sich bis 2028 gedulden müssen — die Marge liefert in der Zwischenzeit bereits jetzt einen Teil der Geschichte.
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