ServiceNow Aktie: Gefangen

Die ServiceNow-Aktie verliert in einem starken Tech-Umfeld, da Marktteilnehmer die Auswirkungen von KI auf traditionelle SaaS-Modelle fürchten. Analysten zeigen sich uneins über die Zukunft.

Kurz zusammengefasst:
  • Aktie verliert trotz Rekorden an Tech-Börsen
  • Markt fürchtet KI-Disruption für Software-Modelle
  • Neues Rückkaufprogramm über fünf Milliarden Dollar
  • Analystenmeinungen zwischen Kaufempfehlung und Zielkorrektur

Die ServiceNow Aktie beendete die Handelswoche mit Verlusten – und das ausgerechnet in einem Marktumfeld, in dem die Tech-Indizes auf Rekordjagd gingen. Während der Dow Jones am Freitag erstmals die 50.000-Punkte-Marke durchbrach, kämpfte der Workflow-Spezialist mit Gegenwind. Im Fokus: Ängste vor KI-bedingter Disruption im Software-Sektor.

Hardware glänzt, Software schwächelt

Die US-Börsen erlebten am Freitag eine breite Erholung. Der Nasdaq Composite legte 2,18 Prozent auf 23.031 Punkte zu, getrieben von Hardware-Giganten wie NVIDIA mit einem Plus von rund acht Prozent. ServiceNow hingegen gab leicht nach und setzte damit eine Abwärtsbewegung vom Wochenbeginn fort.

ServiceNow

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Marktbeobachter führen die unterschiedliche Entwicklung auf wachsende Sorgen zurück, dass neue KI-Fähigkeiten traditionelle Software-as-a-Service-Geschäftsmodelle unter Druck setzen könnten. Diese Befürchtungen belasten derzeit große Software-Anbieter wie Adobe, Salesforce und eben ServiceNow – während Hardware-Hersteller profitieren.

Der Kurs bewegte sich in der Woche zwischen 101 und 103 Dollar. Am 5. Februar verlor die Aktie 7,6 Prozent.

KI-Offensive und Aktienrückkäufe

Trotz der Skepsis treibt ServiceNow die Integration von KI-Technologien voran. Ende Januar 2026 verkündete das Unternehmen eine vertiefte Partnerschaft mit Anthropic, um fortschrittliche KI-Agenten in Unternehmens-Workflows zu integrieren. Die Strategie: Die vermeintliche Bedrohung in eine Produktverbesserung verwandeln.

Gleichzeitig stärkte der Vorstand das Vertrauen durch Kapitalmaßnahmen. Nach einem besser als erwarteten vierten Quartal – die Umsätze übertrafen die Schätzungen – genehmigte das Board ein neues Aktienrückkaufprogramm über fünf Milliarden Dollar.

Analysten uneins

Die Unsicherheit spiegelt sich in den Einschätzungen wider. Goldman Sachs nahm ServiceNow am 2. Februar in seine „US Conviction List“ auf und vergab ein Kaufrating mit Kursziel 216 Dollar – ein klares Signal für langfristiges Vertrauen.

Doch die Stimmung kippte im Wochenverlauf. Truist senkte am 5. Februar das Kursziel von 240 auf 175 Dollar, beließ die Einstufung aber bei „Kaufen“. Die Anpassung zeigt den Konflikt zwischen solidem Fundamentalwachstum und sinkenden Bewertungsmultiplikatoren im Software-Sektor.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob ServiceNow die KI-Partnerschaften als Wachstumstreiber nutzen kann – oder ob die Disruptions-Ängste die Bewertung weiter belasten.

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