ServiceNow Aktie: HCLTech und Google Cloud
ServiceNow baut mit HCLTech und Google Cloud KI-Angebote aus, während die Aktie trotz starkem Umsatzwachstum unter Druck bleibt.

Kurz zusammengefasst
- Ausbau der KI-Kooperation mit Google Cloud
- Vier neue KI-Produkte für Unternehmen
- Umsatzplus von 22 Prozent im ersten Quartal
- Aktie verliert trotz Analystenoptimismus
HCLTech, Google Cloud und ServiceNow haben ihre Zusammenarbeit ausgebaut. Gemeinsam wollen sie KI-Agenten für Unternehmen bereitstellen — über die Gemini-Enterprise-Plattform. Die Aktie reagiert davon unbeeindruckt: Minus 6,7 Prozent in sieben Tagen.
Drei Partner, vier Branchen
Die Kooperation baut auf HCLTechs neu gegründeter Gemini-Enterprise-Einheit auf. Im Mittelpunkt steht ServiceNows Blueprint for Agentic Business — ein Framework für strukturierte KI-Einführung in Unternehmen.
Zum Start gibt es vier konkrete Produkte: einen Factory-Shop-Floor-Assistenten für die Fertigung, ein Field-Service-Tool mit Gemini Live, Kundendienst-Tools zur kanalübergreifenden Intentionsverfolgung sowie einen ITOps-Agenten, der über den Google Cloud Marketplace verfügbar ist. ServiceNows AI Control Tower soll dabei Transparenz und Governance sichern.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Das Partnerschaftsnetz wächst. Nach IBM, Cognizant und HPE kommt nun die Dreierallianz mit HCLTech und Google Cloud. Operativ läuft das Geschäft: Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz um 22,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. ServiceNow erwartet für das Gesamtjahr GAAP-Abonnementerlöse zwischen 15,7 und 15,8 Milliarden Dollar — ein Wachstum von rund 22 Prozent.
Dennoch notiert die Aktie bei 78,84 Euro und hat in den vergangenen 30 Tagen mehr als zehn Prozent verloren. Der RSI liegt bei 38,8 — technisch fragiles Terrain. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt 78,62 Prozent.
Analysten sehen deutlich mehr Potenzial
48 Analysten stufen die Aktie im Schnitt als „Strong Buy“ ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 141,48 Dollar. Benchmark-Analyst Yi Fu Lee hob sein Ziel zuletzt von 125 auf 130 Dollar an und bestätigte seine Kaufempfehlung.
Der Abstand zwischen fundamentaler Bewertung und aktuellem Kurs ist damit erheblich. Auslöser für den jüngsten Rückgang war kein unternehmenssspezifisches Ereignis — der Druck kommt aus dem Sektor. Hochbewertete Wachstumswerte gerieten zuletzt breit unter Druck. Die Aktie hat seit Jahresbeginn zeitweise mehr als 50 Prozent verloren, sich dann aber um über 20 Prozent erholt.
Ob die nächste Quartalsmeldung — erwartet für Juli 2026 — den Kurs näher an die Analystenerwartungen heranführt, hängt vor allem davon ab, wie schnell sich die Partnerschaftspipeline in messbaren Abonnementzuwächsen niederschlägt.
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