ServiceNow Aktie: KI-Sparte knackt Milliarden-Marke

ServiceNow steigert im zweiten Quartal die Erlöse deutlich, meldet starkes KI-Vertragsvolumen und hebt die Umsatzprognose für 2026 an.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung von künstlicher Intelligenz und Cloud-Technologie durch leuchtende digitale Lichtströme. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Subskriptionserlöse steigen um 24,5 Prozent
  • KI-Vertragsvolumen überschreitet eine Milliarde Dollar
  • 658 Großkunden mit höheren Vertragsvolumen
  • Bank of America hebt Kursziel an

Es gibt einen Moment in jeder technologischen Welle, in dem die eigentliche Frage nicht mehr lautet, wer die klügste KI baut, sondern wer sie in die Arbeitsprozesse von Millionen Unternehmen einwebt. Genau in dieser Nische hat sich ServiceNow in den vergangenen Jahren festgesetzt, und die jüngsten Zahlen des Unternehmens zeigen, wie lukrativ diese Position sein kann.

Die Aktie notierte am Montag bei 121,05 Euro, ein Minus von 0,5 Prozent zum Vortag. Über sieben Tage steht ein Rückgang von 1,8 Prozent zu Buche, über 30 Tage dagegen ein Plus von 9,8 Prozent – ein Muster, das zeigt, wie stark der Kurs zuletzt geschwankt ist, ohne die Richtung grundlegend zu verlieren. Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei 125,58 Milliarden Euro.

Die Zahlen hinter dem Trend

Wer verstehen will, warum Anleger ServiceNow trotz der Nervosität an den Märkten nicht aus den Augen lassen, muss auf die operativen Kennzahlen des zweiten Quartals 2026 schauen. Die Subskriptionserlöse kletterten auf 3.877 Millionen Dollar, ein Plus von 24,5 Prozent zum Vorjahr.

Die Gesamterlöse erreichten 3.987 Millionen Dollar, ebenfalls mit einem Wachstum von 24 Prozent. Besonders bemerkenswert: Die KI-Sparte des Unternehmens überschritt erstmals die Marke von einer Milliarde Dollar an jährlichem Vertragsvolumen.

Das ist mehr als eine Randnotiz. Es bedeutet, dass Kunden bereit sind, für KI-gestützte Automatisierung in Kernprozessen tatsächlich Geld auf den Tisch zu legen – nicht nur für Pilotprojekte, sondern für produktiven Einsatz im großen Stil. 123 Transaktionen über einer Million Dollar Neugeschäftsvolumen wurden im zweiten Quartal gezählt, fast 40 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Zahl der Kunden mit mehr als fünf Millionen Dollar Jahresvertragsvolumen wuchs um rund 23 Prozent auf 658. Das Unternehmen hob daraufhin seine Jahresprognose für die Subskriptionserlöse auf 15,755 bis 15,770 Milliarden Dollar an, was einem währungsbereinigten Wachstum von 21 Prozent entspräche.

Strategische Expansion statt organischem Wachstum allein

ServiceNow begnügt sich nicht damit, organisch zu wachsen. Ende Juli investierte das Unternehmen 40 Millionen Dollar in das indische Fintech-Unternehmen BusinessNext, das damit auf eine Bewertung von 700 Millionen Dollar kommt – ServiceNow hält daran einen Anteil von etwa fünf Prozent.

Der Deal öffnet BusinessNext den Zugang zum globalen Vertriebsnetz von ServiceNow und vertieft die Partnerschaft im Bereich KI für Finanzdienstleister. Solche Minderheitsbeteiligungen sind ein Muster, das man bei Plattformunternehmen immer wieder sieht: Statt komplette Firmen zu kaufen, sichert man sich Zugang zu Nischentechnologie und lässt den Partner das operative Risiko tragen.

Auch im Ökosystem der Contact-Center-Software hat sich ServiceNow als zentraler Integrationspartner positioniert, indem es mit Genesys kooperiert, um Multi-Agenten-KI über Unternehmensworkflows hinweg zu koordinieren.

Diese Rolle als Koordinationsschicht zwischen verschiedenen KI-Agenten dürfte langfristig wichtiger werden als jede einzelne Softwarefunktion – denn Unternehmen, die mehrere KI-Systeme parallel einsetzen, brauchen irgendeine Instanz, die den Überblick behält.

Was bleibt für Anleger

Bank of America hob am 19. August ihr Kursziel für die Aktie von 130 auf 150 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung – ein Signal, das zum damaligen Zeitpunkt die fundamentale Stärke des Unternehmens widerspiegelte. Ende August verkaufte Vorstandsmitglied Paul Edward Chamberlain einen Teil seiner Beteiligung, was für sich genommen wenig über die Unternehmensaussichten aussagt, aber von Anlegern registriert wird.

Am 28. Oktober wird ServiceNow die Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorlegen. Bis dahin bleibt die Frage im Raum, ob sich das Momentum aus den KI-Verträgen fortsetzt oder ob die hohe Volatilität von 57 Prozent auf 30-Tage-Basis ein Vorbote für ruppigere Kursbewegungen ist.

Die eigentliche Wette auf ServiceNow ist ohnehin keine auf einzelne Quartalszahlen, sondern auf die These, dass Unternehmenssoftware zunehmend zur Schaltzentrale wird, über die künstliche Intelligenz überhaupt erst praktisch nutzbar wird.

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ServiceNow Aktie

123,70 EUR

– 2,10 EUR -1,67 %
KGV 87,16
KUV 9,81
Sektor Technologie
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 144,48 Mrd. USD
Ø Kursziel 146,73 USD
ISIN: US81762P1021 WKN: A1JX4P

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