ServiceNow Aktie: KI-Umsatz soll bis 2026 auf 1,5 Milliarden steigen
ServiceNow baut klassische Stellen ab, investiert aber massiv in KI. Starke Quartalszahlen und ein Milliarden-Auftragswert stützen die Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Stellenabbau in Kalifornien, KI-Ausbau
- KI-Auftragswert übersteigt Milliardenmarke
- Starke Quartalszahlen übertreffen Erwartungen
- Aktie erholt sich deutlich
ServiceNow steckt mitten in einem Balanceakt: Während das Unternehmen sein Personal in einzelnen Bereichen abbaut, wächst das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz rasant weiter. Beide Entwicklungen prägen aktuell das Bild der Aktie, die sich zuletzt deutlich erholt hat.
Stellenabbau in Kalifornien, Wachstum bei KI
Nach einer Mitteilung an das US-Arbeitsministerium sind von Kündigungen 117 Beschäftigte an zwei Standorten betroffen: 63 in San Diego und 54 in Santa Clara. Die Maßnahme wird zum 17. August wirksam. ServiceNow bestätigte darüber hinaus, weitere globale Restrukturierungsmaßnahmen über frühere Runden des laufenden Jahres hinaus umzusetzen.
Das Unternehmen begründete dies damit, die Personalstärke „mit Disziplin“ zu steuern, um das Jahr 2026 dort zu beenden, wo es begonnen hat. Gleichzeitig investiert ServiceNow gezielt in KI-Fachkräfte und stellt in diesem Bereich weiter ein.
Dieser scheinbare Widerspruch erklärt sich aus der strategischen Neuausrichtung des Softwarekonzerns. Klassische Rollen werden abgebaut, während Kapazitäten für das margenstarke KI-Geschäft aufgebaut werden.
Im zweiten Quartal überschritt der jährlich wiederkehrende Auftragswert aus KI-Produkten die Marke von einer Milliarde US-Dollar, die Zahl der agentenbasierten Einsätze verneunfachte sich binnen neun Monaten. Bis Ende 2026 soll dieser Wert auf 1,5 Milliarden US-Dollar steigen, mittelfristig peilt das Management bis 2030 einen KI-Anteil von 30 Prozent am Auftragsvolumen an.
Starke Quartalszahlen stützen den Kurs
Grundlage für die jüngste Kursstärke sind die Ende Juli veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal. Der Subskriptionsumsatz kletterte auf 3.877 Millionen US-Dollar, ein Plus von 24,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Gesamtumsatz stieg um 24 Prozent auf 3.987 Millionen US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,90 US-Dollar und übertraf die Konsensschätzung von 0,86 US-Dollar. Die operative Marge erreichte 29,5 Prozent und lag damit 300 Basispunkte über der eigenen Prognose.
Auch die Vertragspipeline zeigt Stärke: 123 Abschlüsse mit einem Netto-Neuvolumen von mehr als einer Million US-Dollar bedeuten ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Zahl der Kunden mit einem Jahresauftragswert über fünf Millionen US-Dollar stieg auf 658. Für das Gesamtjahr hat ServiceNow die Umsatzprognose angehoben: Der Subskriptionsumsatz soll nun zwischen 15.760 und 15.780 Millionen US-Dollar liegen, ein währungsbereinigtes Wachstum von 21 Prozent.
Kurs nahe 52-Wochen-Bereich, hohe Schwankungsbreite
Die Aktie notiert aktuell bei 110,65 Euro und damit nahezu unverändert gegenüber dem Vortagsschluss von 110,55 Euro. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Kursanstieg auf 21 Prozent – ein deutliches Signal dafür, wie positiv der Markt die Quartalszahlen und die KI-Fortschritte aufgenommen hat.
Die annualisierte Volatilität von 56 Prozent über 30 Tage unterstreicht jedoch, dass die Bewegungen in beide Richtungen ausfallen können. Der RSI von 66,2 deutet auf eine bereits fortgeschrittene Aufwärtsbewegung hin, ohne dass die Aktie als überkauft gelten müsste.
Personell setzt ServiceNow zudem neue Akzente: Anfang August wurde Simon Mouyal, der über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Enterprise-Marketing für SaaS- und Cybersicherheitsunternehmen verfügt, mit sofortiger Wirkung zum Chief Marketing Officer berufen.
Zudem eröffnete das Unternehmen sein erstes Büro in Brasilien und baut dort über akademische Partnerschaften gezielt KI-Fachkräfte auf – ein weiterer Baustein der internationalen Wachstumsstrategie.
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