ServiceNow setzt auf neue Impulse, während der Software-Sektor seit Wochen unter Verkaufsdruck steht. Eine frische Partnerschaft soll Kunden beim Einsatz sogenannter „agentic AI“ voranbringen. Gleichzeitig diskutieren Analysten, ob der jüngste Abverkauf bei Softwarewerten inzwischen über das Ziel hinausgeschossen ist.
- Kearney und ServiceNow schließen eine neue Partnerschaft rund um agentic AI und Prozessautomatisierung
- Wedbush nimmt ServiceNow wieder in seine „IVES AI 30“-Liste auf
- Der Software-Sektor fällt seit Jahresbeginn deutlich, auch ServiceNow steht spürbar unter Druck
Kearney setzt auf „agentic AI“
Kearney hat am Dienstag eine Partnerschaft mit ServiceNow angekündigt. Ziel: Unternehmen sollen mithilfe von agentic AI auf der „ServiceNow AI Platform“ schneller digital transformieren und Abläufe effizienter machen.
Im Fokus stehen laut Mitteilung drei Bereiche: schnelleres Bearbeiten von Ausnahmen (Operational Excellence), bessere Workflows für mehr Prozessgeschwindigkeit sowie messbarer End-to-End-Effekt durch KI und Workflow-Automatisierung.
Ein konkretes Beispiel liefert die Mitteilung ebenfalls: In einem Kundenprojekt habe der Ansatz geholfen, eine IT-Organisation in ein „agentic, AI-first“-Operationsmodell zu überführen. Das Ergebnis sei eine jährliche Senkung der laufenden Kosten („run-cost“) um mehr als 30% gewesen.
Wedbush holt ServiceNow zurück
Wedbush Securities hat ServiceNow am Montag wieder in seine „IVES AI 30 Index“-Liste aufgenommen, nachdem die Aktie im Dezember 2025 herausgefallen war. Gleichzeitig wurde auch Salesforce wieder aufgenommen, während Roblox und Baidu laut Bericht von der Liste gestrichen wurden.
Wedbush stellt sich damit gegen die These, ServiceNow sei ein „struktureller Verlierer“ beim KI-Ausbau. Die Analysten argumentieren, KI wirke eher als Rückenwind für etablierte Plattformen. Als Begründung verweisen sie auf die enorme Datenbasis, die tief in Unternehmensinfrastrukturen verankert sei und sich für neue KI-Anbieter nicht einfach ersetzen lasse.
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Abverkauf im Software-Sektor – übertrieben?
Der Druck kommt nicht nur aus dem Einzeltitel. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF hat seit Jahresbeginn mehr als ein Fünftel an Wert verloren. ServiceNow selbst liegt laut Marktdaten seit dem 29. Januar mit über 22% im Minus.
Der Ausverkauf habe sich zuletzt beschleunigt, nachdem Anthropic Updates für seinen KI-Assistenten Claude veröffentlicht hatte und OpenAI nachlegte. In Teilen des Marktes machte dafür sogar der Begriff „SaaSpocalypse“ die Runde.
Mehrere Analysten widersprechen allerdings den stärksten Disruptionsängsten. Morgan Stanley verwies darauf, dass einige Softwareaktien nach einem breiten, weitgehend undifferenzierten Abverkauf mit Abschlägen von über 50% auf den fairen Wert gehandelt würden. William Blair-Analyst Jason Ader sprach von einer „Baby-mit-dem-Bade-ausschütten“-Situation. Morgan Stanleys Keith Weiss ergänzte: Open-Source-Software gebe es seit über 20 Jahren – dennoch seien Märkte für Drittanbieter-Software trotz kostenloser Alternativen gewachsen.
Zahlen als Fundament
Operativ meldete ServiceNow für das vierte Quartal 2025 einen Umsatz von 3,58 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 19,5% gegenüber dem Vorjahr. Der Jahresumsatz 2025 lag bei 13,28 Mrd. US-Dollar. Die „Remaining Performance Obligations“ (künftige vertraglich zugesagte Leistungen) wurden mit 12,85 Mrd. US-Dollar angegeben, das entspricht einem Wachstum von 25% im Jahresvergleich.
Parallel baut ServiceNow seine KI-Allianzen aus: Claude-Modelle von Anthropic sind integriert, zudem arbeitet das Unternehmen bei agentic-AI-Produkten mit OpenAI und Microsoft zusammen. Beim Ausblick nennt das Unternehmen für das erste Quartal 2026 eine Subscription-Umsatzprognose von 3,650 bis 3,655 Mrd. US-Dollar.
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