ServiceNow: Goldman kürzt auf $163

ServiceNow bricht nach Quartalszahlen um 18 Prozent ein. Anleger reagieren verunsichert auf den schwächeren Ausblick und die Belastungen durch die Armis-Übernahme.

Eduard Altmann ·
ServiceNow Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kurssturz von fast 18 Prozent
  • Umsatzwachstum von 22 Prozent
  • Schwächerer Ausblick für Q2
  • KI-Produkt Now Assist stark nachgefragt

Ein Quartalsbericht, der auf den ersten Blick überzeugt — und dennoch den schlimmsten Kurseinbruch der Unternehmensgeschichte auslöst. ServiceNow verlor am Donnerstag fast 18 Prozent. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Verschiebung: Investoren bestrafen nicht mehr die Vergangenheit, sondern die Zukunft.

Zahlen gut, Ausblick schlechter

Die Quartalszahlen für Q1 2026 lagen über den Erwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie traf mit 0,97 Dollar knapp die Prognose. Der Umsatz wuchs um 22 Prozent auf 3,77 Milliarden Dollar.

Trotzdem: Der Kurs fiel von 103 auf 84 Dollar. Der Markt schaut nach vorn. Und dort sieht es weniger komfortabel aus.

Für das zweite Quartal erwartet ServiceNow ein organisches Wachstum der verbleibenden Leistungsverpflichtungen von rund 17 Prozent — nach 20 Prozent im ersten Quartal. Der Rückgang hat einen konkreten Auslöser: Mehrere große On-Premise-Deals im Nahen Osten verzögerten sich wegen des anhaltenden Konflikts in der Region. Das kostete das Wachstum rund 75 Basispunkte. CFO Gina Mastantuono räumte gegenüber CNBC ein, sie habe „etwas mehr Vorsicht“ in die Prognose eingebaut.

Akquisition drückt auf die Marge

Ein zweiter Belastungsfaktor kommt von innen. Die Übernahme von Armis belastet die operative Marge für das Gesamtjahr um 75 Basispunkte. Im zweiten Quartal allein sind es 125 Basispunkte. Hinzu kommt ein Druck auf die Free-Cashflow-Marge von 200 Basispunkten für das Gesamtjahr.

Analysten rechnen vor: Rund 125 Basispunkte des angehobenen Jahresausblicks stammen aus der Armis-Konsolidierung. Das organische Wachstum sieht bereinigt deutlich schwächer aus.

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Wall Street kürzt Kursziele — hält aber die Kaufempfehlung

Die Reaktion der Banken war breit, aber nicht pauschal negativ. Goldman Sachs senkte das Kursziel von 188 auf 163 Dollar. Jefferies kürzte von 175 auf 135 Dollar. Piper Sandler ging von 200 auf 140 Dollar. Morgan Stanley reduzierte von 210 auf 180 Dollar. Raymond James senkte auf 130 Dollar, behielt aber das Outperform-Rating.

Die meisten Häuser halten an ihrer Kaufempfehlung fest. Als Begründung nennen sie die KI-Dynamik: Now Assist erreichte ein Jahresvertragsvolumen von 1,5 Milliarden Dollar. Kunden mit über einer Million Dollar ACV wuchsen um mehr als 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Canaccord nannte den Kursrückgang eine „punitive Reaktion auf ein eigentlich solides Quartal“. KeyBanc bleibt skeptischer: Die Bank hält an ihrem Underweight-Rating fest und senkte das Kursziel auf 85 Dollar — mit Verweis auf die Margenverschlechterung und den schwächeren cRPO-Ausblick.

Sektor leidet mit

ServiceNows Einbruch blieb nicht isoliert. Salesforce verlor 4,5 Prozent, Oracle 3 Prozent, Adobe 2,3 Prozent. Der iShares Expanded Tech-Software ETF fiel an diesem Tag um rund 5 Prozent und liegt seit Jahresbeginn 18 Prozent im Minus. Der Philadelphia-Halbleiterindex legte im gleichen Zeitraum fast 40 Prozent zu — Kapital rotiert innerhalb des Technologiesektors sichtbar weg von Software.

Der nächste Prüfstein ist der Analyst Day am 4. Mai. Dort will das Management die KI-Monetarisierung, die Margenentwicklung und den Integrationsfahrplan nach den Übernahmen konkret darlegen. Jefferies erwartet, dass die Stimmung bis dahin gedrückt bleibt — trotz der weiterhin starken KI-Kennzahlen.

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