ServiceNow: Mittlerer Osten kostet 75 Basispunkte
ServiceNow übertrifft Erwartungen im ersten Quartal, dennoch bricht die Aktie wegen verzögerter Nahost-Deals und Margendruck ein.

Kurz zusammengefasst
- Starke Q1-Zahlen übertroffen
- Kursverlust von 40 Prozent
- Nahost-Konflikte verzögern Deals
- KI-Produkt Now Assist wächst
Starke Quartalsergebnisse, angehobene Jahresziele — und trotzdem der schlechteste Kurs unter den großen Enterprise-Software-Werten. Bei ServiceNow klaffen operative Realität und Börsenbewertung derzeit weit auseinander.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 40 Prozent verloren. Zum Vergleich: Adobe und Salesforce büßten im gleichen Zeitraum je etwa 31 Prozent ein. ServiceNow startete 2026 bei 153 Dollar — am Dienstag notierte das Papier bei rund 91 Dollar.
Der Auslöser: Nahost-Deals rutschen durch
Den entscheidenden Einbruch brachte der 23. April. ServiceNow meldete Q1-Ergebnisse, die die Erwartungen übertrafen: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 97 Cent statt der erwarteten 96 Cent. Der Umsatz erreichte 3,77 Milliarden Dollar gegenüber 3,74 Milliarden Dollar erwartet.
Trotzdem brach die Aktie ein. Der Grund: Mehrere große On-Premise-Deals im Nahen Osten verzögerten sich wegen des anhaltenden Konflikts in der Region. Das bremste das Wachstum der Abonnementerlöse um rund 75 Basispunkte.
Hinzu kommen Margenprobleme. Die GAAP-Bruttomarge sank auf 75 Prozent, nach 79 Prozent im Vorjahreszeitraum. Integrationskosten aus der Armis-Akquisition drücken die operative Marge für das Gesamtjahr um schätzungsweise 125 Basispunkte.
KI-Geschäft wächst stark — der Markt zweifelt trotzdem
Das KI-Produkt Now Assist zeigt robuste Zahlen. Kunden mit einem Jahresvertragswert von über einer Million Dollar wuchsen um mehr als 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deals mit drei oder mehr Now-Assist-Produkten stiegen um fast 70 Prozent.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei ServiceNow?
ServiceNow hob die Jahresprognose für Abonnementerlöse auf 15,735 bis 15,775 Milliarden Dollar an — ein Plus von rund 205 Millionen Dollar gegenüber der vorherigen Guidance. Das entspricht einem Wachstum von 22 bis 22,5 Prozent.
Der Markt honoriert das nicht. Die Botschaft lautet: Wachstum allein reicht nicht, solange Monetarisierungsnachweise fehlen.
Analysten senken Kursziele — Kaufempfehlungen bleiben
Nach den Zahlen kürzten zahlreiche Banken ihre Kursziele. DA Davidson-Analyst Gil Luria senkte sein Ziel auf 190 Dollar, behielt aber sein Kaufvotum. Piper Sandlers Rob Owens reduzierte auf 140 Dollar — ebenfalls weiterhin Kaufempfehlung. Citi kürzte auf 154 Dollar, hält aber an „Buy“ fest.
Die pessimistischste Einschätzung kommt von KeyBanc. Analyst Jackson Ader senkte sein Kursziel auf 85 Dollar und bestätigte seine Verkaufsempfehlung. Er verwies auf die Nahost-Verzögerungen, einen schwächeren cRPO-Beat als üblich und die Margenschwäche.
Das technische Bild stützt die Skepsis. Der Kurs liegt unter allen wichtigen gleitenden Wochendurchschnitten. Der RSI steht bei 33,54 — nahe der überverkauften Zone, aber noch kein klares Umkehrsignal. Für eine nachhaltige Erholung braucht ServiceNow greifbare Belege, dass die Nahost-Deals tatsächlich nachgeholt werden — und dass die KI-Umsätze schnell genug skalieren, um die Margenlücke zu schließen.
ServiceNow-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ServiceNow-Analyse vom 28. April liefert die Antwort:
Die neusten ServiceNow-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ServiceNow-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
ServiceNow: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...