ServiceNow: Now Assist auf $1,5 Milliarden ACV

ServiceNow übertrifft Erwartungen im KI-Geschäft, doch Akquisitionen und geopolitische Risiken belasten die Aktie und trüben den positiven Quartalsbericht.

Redaktion Stock-World ·
ServiceNow Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • KI-Produkt Now Assist wächst rasant
  • Subscription-Umsatz steigt um 22 Prozent
  • Akquisitionen drücken auf operative Marge
  • Geopolitische Konflikte verzögern Großaufträge

Starkes Wachstum, optimistischer Ausblick — und trotzdem fiel die Aktie. ServiceNows Quartalsergebnisse für Q1 2026 lieferten auf dem Papier kaum Angriffsfläche, doch der Markt reagierte mit deutlichen Abgaben. Der Grund liegt im Detail.

KI-Geschäft wächst schneller als erwartet

Die Zahlen sprechen zunächst für sich: Der Subscription-Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 3,67 Milliarden Dollar. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen — ein wichtiger Indikator für künftige Erlöse — stiegen auf 12,64 Milliarden Dollar, ebenfalls ein Plus von rund 22 Prozent.

Besonders das KI-Produkt „Now Assist“ entwickelt sich dynamisch. Kunden mit einem Jahresvertragswert von über einer Million Dollar wuchsen um mehr als 130 Prozent. CEO Bill McDermott erklärte, das KI-Wachstum übertreffe „bei weitem selbst unsere eigenen Erwartungen“. Das Unternehmen rechnet damit, dass Now Assist 2026 einen Jahresvertragswert von einer Milliarde Dollar überschreitet — möglicherweise bis auf 1,5 Milliarden Dollar. Hinzu kommt eine ausgeweitete KI-Partnerschaft mit Google Cloud, die auf autonome Unternehmensprozesse abzielt.

Akquisitionen belasten Margen

Parallel zum organischen Wachstum schluckte ServiceNow zwei Unternehmen: das Cybersicherheits-Startup Veza im März und den Asset-Intelligence-Anbieter Armis kurz vor Quartalsende im April. Beide sollen die Sicherheitsplattform stärken — kurzfristig drücken sie jedoch auf die Profitabilität.

Das Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr 2026 eine Belastung von rund 75 Basispunkten bei der operativen Marge und etwa 200 Basispunkten beim Free-Cashflow-Margen. Das sind keine dramatischen Einschnitte, aber spürbar genug, um bei Anlegern Fragen zur Integrationsgeschwindigkeit aufzuwerfen.

Geopolitik als Unsicherheitsfaktor

Ein weiterer Dämpfer kam aus dem Nahen Osten. Mehrere große On-Premise-Deals verzögerten sich wegen des anhaltenden regionalen Konflikts — das kostete das Unternehmen im ersten Quartal rund 75 Basispunkte beim Subscription-Umsatzwachstum. Dieser Gegenwind ist inzwischen in den Jahresausblick eingepreist.

Die Aktie schloss am Donnerstag nach der Ergebnisveröffentlichung deutlich tiefer und notierte am Freitag bei 90,17 Dollar. Der Markt gewichtet offenbar die Unsicherheiten aus Akquisitionskosten und geopolitischen Risiken höher als die soliden Wachstumszahlen — zumindest vorerst. Wie schnell ServiceNow die Integrationslasten verdaut und ob Now Assist tatsächlich die Milliarden-Marke knackt, wird sich spätestens mit den Q2-Zahlen im Juli zeigen.

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