ServiceNow: Polen Capital kauft nach 18%-Crash
Trotz eines massiven Kursverlusts stocken Hedgefonds ihre ServiceNow-Anteile auf. Das Unternehmen übertrifft die Erwartungen und hebt das KI-Umsatzziel deutlich an.

Kurz zusammengefasst
- Hedgefonds erhöhen ServiceNow-Bestände
- Quartalszahlen übertreffen eigene Prognosen
- KI-Umsatzziel auf 1,5 Milliarden angehoben
- Kursziel der Analysten verspricht Aufwärtspotenzial
Nach dem härtesten Kurseinbruch seit Jahren kaufen institutionelle Investoren ServiceNow-Aktien — nicht trotz der Schwäche, sondern wegen ihr. Das Bild, das sich dabei ergibt, ist widersprüchlich: starke Quartalszahlen, ein angehobenes KI-Umsatzziel, und trotzdem ein Kurs, der seit einem Jahr mehr als die Hälfte seines Wertes verloren hat.
Hedgefonds stocken auf
Die Zahl der Hedgefonds-Portfolios mit ServiceNow-Positionen stieg zum Ende des vierten Quartals 2025 auf 118 — gegenüber 104 im Vorquartal. Damit rangiert das Unternehmen auf Platz 25 der beliebtesten Aktien unter Hedgefonds.
Besonders auffällig: Polen Capital, ein auf Wachstumsaktien spezialisierter Vermögensverwalter, hat seine Position im ersten Quartal 2026 ausgebaut. Dafür trennte sich die Gesellschaft von Adobe, Intuit und Paycom, um Kapital in ihre Überzeugungspositionen umzuschichten. In ihrem Investorenbrief begründet Polen Capital den Schritt mit der These, dass KI-Agenten auf geschäftskritische Software angewiesen sind — und Unternehmen wie ServiceNow diese Nutzer künftig genauso monetarisieren können wie menschliche Anwender.
Zahlen gut, Reaktion brutal
Am 23. April brach die Aktie um fast 18 Prozent ein — obwohl ServiceNow im ersten Quartal 2026 seine eigene Guidance in allen wesentlichen Kennzahlen übertraf. Der Abonnementumsatz wuchs um 22 Prozent auf 3,67 Milliarden Dollar. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen stiegen auf 27,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Was den Markt aufschreckte: Management-Warnungen zu verschobenen Deals im Nahen Osten und Margendruck durch die Armis-Akquisition. Ein Effekt von 75 Basispunkten auf den Abonnementumsatz im ersten Quartal geht allein auf verzögerte On-Premise-Verträge in der Region zurück — mehrere davon sollen laut Unternehmensangaben bereits im zweiten Quartal abgeschlossen worden sein.
KI-Ziel um 50 Prozent angehoben
CEO Bill McDermott hob das KI-Umsatzziel für 2026 von einer Milliarde auf mindestens 1,5 Milliarden Dollar an — und das noch vor dem geplanten Financial Analyst Day. Die Zahl der Kunden, die eine Million Dollar oder mehr für das KI-Produkt Now Assist ausgeben, wuchs im Jahresvergleich um mehr als 130 Prozent. Inzwischen stammen 50 Prozent des Nettoneugschäfts aus nicht-sitzplatzbasierten Modellen wie Token- oder Infrastrukturnutzung.
Die Armis-Übernahme — rund acht Milliarden Dollar schwer, abgeschlossen am 20. April — belastet die Margen kurzfristig. CFO Gina Mastantuono erwartet eine vollständige Normalisierung erst 2027.
Wall Street gespalten, Mehrheit bullish
BMO Capital senkte das Kursziel nach den Quartalszahlen von 120 auf 115 Dollar, behielt aber die Outperform-Einstufung. Needham, BTIG, Mizuho, Wolfe Research und Stifel passten ihre Ziele ebenfalls nach unten an — der Konsens unter 54 Analysten liegt bei einem Median-Kursziel von 140 Dollar, was vom aktuellen Niveau ein Aufwärtspotenzial von rund 55 Prozent impliziert. 43 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf.
Den nächsten konkreten Datenpunkt liefert der Financial Analyst Day am 4. Mai, an dem das Management detaillierte Angaben zur KI-Adoption und zum neuen Preismodell machen will.
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