Shell: 20.000 Quadratkilometer in Sierra Leone
Shell treibt seine Expansion mit einem nahezu voll ausgelasteten LNG-Projekt in Kanada und neuen Explorationsrechten in Sierra Leone voran. Die Aktie wird von Analysten unterschiedlich bewertet.

Kurz zusammengefasst
- Neue Offshore-Explorationsrechte in Sierra Leone
- LNG-Projekt in Kanada erreicht fast volle Kapazität
- Analysten uneins über kurzfristiges Aktienpotenzial
- Unternehmen setzt auf Aktienrückkäufe und Bio-LNG
Shell drückt operativ aufs Tempo. In Kanada steuert ein gewaltiges Flüssiggas-Projekt seiner Maximalkapazität entgegen. Parallel dazu sichert sich der Energiekonzern in Westafrika neue Explorationsrechte. An der Börse honoriert der Markt diesen Kurs. Die Aktie notiert aktuell bei 38,20 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein Plus von knapp 19 Prozent.
Neues Terrain in Westafrika
Der Konzern hat ein weitreichendes Erkundungsabkommen mit der Erdölbehörde von Sierra Leone geschlossen. Die Vereinbarung umfasst ein über 20.000 Quadratkilometer großes Offshore-Gebiet. Shell will dort sogenannte G-Blöcke untersuchen, für die bislang kaum verlässliche geologische Daten vorliegen.
Mithilfe moderner seismischer Analysen sollen die Risiken künftiger Bohrungen minimiert werden. Der Schritt reiht sich in die Bemühungen des westafrikanischen Landes ein, seinen Rohstoffsektor durch internationale Partnerschaften wiederzubeleben. Im vergangenen Jahr hatte bereits Eni einen ähnlichen Vertrag unterzeichnet.
Flüssiggas-Boom in Nordamerika
Auf dem nordamerikanischen Kontinent nähert sich das von Shell geführte Projekt LNG Canada der Vollauslastung. Die Anlage im kanadischen Kitimat wird im April voraussichtlich rund 1,09 Millionen Tonnen verflüssigtes Erdgas exportieren. Das entspricht etwa 15 Schiffsladungen.
Damit erreicht die Anlage 93 Prozent ihrer monatlichen Kapazität. Eine hohe Nachfrage nach nordamerikanischem LNG stützt diese Entwicklung. Engpässe im Nahen Osten, insbesondere bei Lieferungen aus Katar, treiben Käufer verstärkt nach Kanada.
Analysten bewerten Aussichten neu
Trotz der operativen Fortschritte gehen die Meinungen am Finanzmarkt auseinander. BNP Paribas stufte die Shell-Aktie kürzlich von „Outperform“ auf „Neutral“ ab und rief ein Kursziel von 101 US-Dollar auf. Die Experten sehen das kurzfristige Aufwärtspotenzial als weitgehend ausgereizt an.
TD Cowen hält indes an einer Kaufempfehlung fest. Die Analysten verweisen auf starke Gewinne im Ölhandel und im Chemiegeschäft. Sie senkten ihr Kursziel lediglich minimal auf 110 US-Dollar.
Der Vorstand stützt den Kurs derweil mit einem laufenden Rückkaufprogramm. Allein am 21. April erwarb Shell rund 1,3 Millionen eigene Aktien zur Vernichtung. Diese Tranche des Programms läuft noch bis zum 1. Mai.
Auch abseits fossiler Großprojekte testet das Unternehmen neue Einnahmequellen. Im maritimen Sektor schloss das von Shell gecharterte Schiff „New Frontier 1“ vor den Kanarischen Inseln eine Betankung mit Bio-LNG ab. Solche emissionsärmeren Kraftstoffe sollen künftig die Dekarbonisierung der Kreuzfahrtbranche vorantreiben.
Ein entscheidender Meilenstein steht dem Konzern im weiteren Jahresverlauf bevor. Shell plant eine finale Investitionsentscheidung für die zweite Ausbaustufe von LNG Canada. Fällt der Beschluss positiv aus, könnte sich die Produktionskapazität der Anlage in British Columbia verdoppeln.
Shell-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Shell-Analyse vom 23. April liefert die Antwort:
Die neusten Shell-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Shell-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Shell: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...